xTool verkauft seinen modularen Laser X1 jetzt auch in Deutschland. Zum Start kostet das Gerät mindestens 3.369 Euro. Für diesen Preis gibt es allerdings nur den 55-Watt-CO₂-Laser. Wer schnell gravieren oder später Metall und Glas bearbeiten möchte, zahlt deutlich mehr. Wir zeigen, worin sich die fünf Ausstattungen und drei Pakete unterscheiden und was die ersten Tests über xTools neues Flaggschiff sagen.
Gerät: xTool X1 (Laserschneider und -gravierer)
Hersteller: xTool
Laserquellen: 55 W CO₂, optional 20 W Diode (Galvo), 30 W Faser, 60 W MOPA, 5 W UV
Preis: ab 3.369 Euro (Einführungspreis)
Verkaufsstart: 29. Oktober 2026
Einführungsangebot: bis 7. Dezember 2026, 08:59 Uhr
Verkauf läuft seit dem 29. Oktober
Vorgestellt hatte xTool den X1 bereits Ende August, damals noch ohne Preis und deutschen Termin (unser Bericht zur Vorstellung). Seit dem 29. Oktober ist das Gerät nun weltweit im offiziellen Onlineshop erhältlich, in Deutschland über den deutschen xTool-Store. Laut Hersteller ist der X1 zum Start auf Lager, die erste Charge soll innerhalb von sieben Werktagen verschickt werden. Der Bestand dieser ersten Lieferung ist allerdings begrenzt, danach wird nach Wareneingang ausgeliefert.
Alle genannten Preise sind Einführungspreise. Sie gelten bis zum 7. Dezember 2026 um 08:59 Uhr. Danach steigen sie je nach Ausstattung um 300 beziehungsweise 500 Euro, der reguläre Einstiegspreis liegt bei 3.669 Euro.
Der wichtigste Unterschied: das Dioden-Galvomodul
Jeder X1 besitzt einen fest verbauten 55-Watt-CO₂-Laser. Er ist für das Schneiden zuständig und bearbeitet Holz, Acryl, Leder, Papier und andere nichtmetallische Materialien. Laut Datenblatt schafft er bis zu 18 Millimeter Lindenholz und 20 Millimeter Acryl, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 600 mm/s.
Ob ein X1 mehr kann, entscheidet das 20-Watt-Dioden-Galvomodul. Es sitzt neben dem CO₂-Kopf auf derselben Mechanik und lenkt den Strahl über schnell bewegliche Spiegel. xTool nennt das Hybrid Motion: Das Portal fährt die Galvo-Einheit über die Arbeitsfläche, die Spiegel übernehmen die eigentliche Gravur mit bis zu 6.000 mm/s. Dieses Modul ist zugleich Voraussetzung für alle weiteren Laserquellen. Faser-, MOPA- und UV-Laser werden als Module auf der Rückseite angesetzt und schicken ihren Strahl über einen gemeinsamen Strahlengang in den Galvo-Kopf. Angeschlossen sein kann immer nur eine dieser Zusatzquellen.
Wer mit dem Single-CO₂-Modell beginnt, kann das Diodenmodul später einzeln nachkaufen. Ohne dieses Modul bleibt der X1 ein reiner CO₂-Laser.
Alle Ausstattungen und Preise im Überblick
| Variante | Laserquellen | Gedacht für (laut xTool) | Startpreis | Regulär |
|---|---|---|---|---|
| X1 Single CO₂ | 55 W CO₂ | Schneiden von dickerem Holz und Acryl, keine Galvo-Gravur, nicht erweiterbar (Diodenmodul nachrüstbar) | 3.369 € | 3.669 € |
| X1 CO₂ + Dioden-Galvo | 55 W CO₂ + 20 W Diode (Galvo) | Schneiden plus schnelle Detailgravur bis 6.000 mm/s, Basis für alle Zusatzlaser | 3.959 € | 4.259 € |
| X1 CO₂ + Dioden-Galvo + Faser | zusätzlich 30 W Faserlaser | Metall markieren, tiefe 3D-Gravuren | 5.749 € | 6.049 € |
| X1 CO₂ + Dioden-Galvo + UV | zusätzlich 5 W UV-Laser | Glas und Kristall inklusive Innengravur, sehr feine Details | 6.439,01 € | 6.939,01 € |
| X1 CO₂ + Dioden-Galvo + MOPA | zusätzlich 60 W MOPA-Laser | Farbgravur, Reliefgravur und Schneiden von Metall | 6.619,01 € | 7.119,01 € |
Auffällig ist der Aufpreis für das Diodenmodul: Er beträgt nur 590 Euro und ist damit der günstigste Schritt in der Preisliste. Faser, UV und MOPA kosten zwischen rund 1.800 und gut 2.650 Euro zusätzlich. Bei UV- und MOPA-Ausstattung fällt der Einführungsrabatt mit 500 Euro höher aus als bei den übrigen Varianten mit 300 Euro.
Was die Pakete zusätzlich mitbringen
Jede Ausstattung gibt es in drei Paketen. Standalone enthält nur das Gerät mit der gewählten Laserkombination. Das Versatile Bundle kostet 1.130 Euro mehr und legt die Drehvorrichtung RA3 für Becher und runde Objekte, die intelligente Förderbandzuführung für lange Werkstücke und den fahrbaren Arbeitstisch bei. Das All-in-one Bundle ergänzt zusätzlich den Luftreiniger SafetyPro AP2 und liegt rund 2.020 Euro über dem Standalone-Preis. Damit reicht die Preisspanne von 3.369 Euro für den Single CO₂ ohne Zubehör bis 8.639 Euro für die MOPA-Variante im All-in-one-Paket.
Zwei Sicherheitshinweise von xTool betreffen genau diese Zusatzausstattung: Im Normalbetrieb ist der geschlossene X1 ein Gerät der Laserklasse 1. Mit der Förderbandzuführung arbeitet er jedoch als Gerät der Klasse 4, und beim optischen Ausrichten des UV-Lasers ist Strahlung der Klasse 3B zugänglich. Beide Konfigurationen sind laut Hersteller nur für geschulte Anwender gedacht. Für die Abluft braucht es außerdem einen Schlauch nach draußen oder einen Luftreiniger. Den AP2 bringt nur das teuerste Paket mit.
Die wichtigsten technischen Daten
- Arbeitsfläche für Oberflächengravur: 615 × 320 mm, mit Förderband auch längere Werkstücke
- Innengravur in Glas (UV): 600 × 300 mm in den oberen 50 mm, in 50 bis 100 mm Tiefe nur noch 60 × 300 mm
- Maximale Werkstückhöhe: 150 mm (CO₂), 140 mm (Galvo-Quellen); Rotationsgravur bis 110 mm Durchmesser
- Drei Kameras (8-MP-Übersicht, 12-MP-Nahbereich, Entfernungskamera), LiDAR-Abstandsmessung, Autofokus und automatisch höhenverstellbares Bett (AutoLift)
- Gehäuse aus drei Aluminium-Druckgussteilen, Maße 1.000 × 580 × 420 mm, Gewicht 60 kg
- Software: xTool Studio für Windows, macOS, iOS, iPadOS und Android, Verbindung per USB oder WLAN
Voraussichtlich im November 2026 soll außerdem ein Tintenstrahl-Druckmodul für den X1 erscheinen. Ein genaues Datum und einen Preis nennt xTool noch nicht.
Das sagen die ersten Tests
Die ersten ausführlichen Tests stammen vor allem aus englischsprachigen Fachmedien, die das Gerät rund einen Monat lang nutzen konnten. Beim Kern des Konzepts sind sie sich weitgehend einig, bei den Kosten und beim Modulwechsel gibt es deutliche Kritik.
TechRadar zählt den X1 zu den vielseitigsten Lasern, die das Magazin bisher getestet hat. Der CO₂-Laser schneide sehr sauber und mit kaum Brandspuren, das Diodenmodul übernehme die feinen Gravuren. Bei einem Projekt mit gravierten Tischsets brauchte der X1 laut Test eine halbe Stunde, ein xTool S1 rund zwei Stunden. Verarbeitung und Software bewertet TechRadar als herausragend. Kritisiert werden Gewicht, Platzbedarf, langwierige Modulwechsel und die sehr teuren Zusatzlaser. Das Diodenmodul sei zwar optional, aber praktisch unverzichtbar.
CGMagazine nennt den X1 einen der fortschrittlichsten Laserschneider, die der Tester je benutzt hat. Die Einrichtung dauere etwa eine Stunde, das Aufstellen sei wegen der 60 Kilogramm Arbeit für zwei Personen. Gelobt werden xTool Studio mit Materialbibliothek und Testmustern, die auch Einsteigern einen guten Start ermöglichen sollen. Den größten Haken sieht das Magazin im Preis. Für den Einstieg ins Hobby empfiehlt es den X1 ausdrücklich nicht und verweist auf kleinere Geräte wie den xTool M2.
FauxHammer hält den X1 für xTools bislang besten Laser und die beeindruckendste Plattform für ambitionierte Privatanwender. Der Test benennt aber auch die meisten Schwächen: Ein Wechsel der Rückenmodule sei kein schneller Tausch. Der Strahlengang müsse von Hand ausgerichtet werden, die anschließende Kalibrierung habe rund eine Stunde gedauert. xTool habe angekündigt, das zu beschleunigen. Dazu kommen die umständliche Montage der schweren Module, Kabel an der Rückseite, ein fest ausgerichteter Abluftanschluss und wackelige Ablagen am Arbeitstisch. Interessant ist die Rechnung des Testers: Ein X1 nur mit CO₂ plus separater UV-Maschine aus xTools F2-Ultra-Reihe sei in den USA kaum teurer als die modulare Lösung, und zwei Geräte könnten gleichzeitig arbeiten.
Aus Deutschland liegt bislang vor allem ein erster Eindruck vor. Die Maker-Plattform nadinmacht.de konnte ein Testmodell mit noch nicht finaler Software zwei Tage lang bei einem xTool-Händler ausprobieren. Ihr Urteil: Der X1 sei nicht intuitiv, die Anleitungen eher schwach. Ein Modulwechsel dauerte dort 8 bis 10 Minuten, die Kalibrierung danach rund 30 Minuten. Gemessen wurden 73 dB in einem Meter Abstand mit dem Luftreiniger auf höchster Stufe.
Für wen sich der X1 lohnt
Der X1 richtet sich an kleine Unternehmen und erfahrene Maker, die mehrere Lasertechniken brauchen, aber nicht mehrere Maschinen aufstellen wollen. Die Tests legen nahe, mit der Variante CO₂ plus Dioden-Galvo für 3.959 Euro zu starten und Faser, MOPA oder UV erst bei konkretem Bedarf nachzurüsten. Wer nur schneiden möchte, sollte das Single-CO₂-Modell mit xTools eigener P-Serie vergleichen. Und wer täglich zwischen Metall und Glas wechselt, ist wegen des aufwendigen Modulwechsels mit getrennten Geräten womöglich besser bedient. Für alle gilt: Abluft, Platz hinter dem Gerät für die Rückenmodule und ein stabiler Untergrund für 60 Kilogramm gehören mit in die Rechnung.