Tom Cruise hat sich in seiner jahrzehntelangen Karriere regelmäßig körperlichen Extremsituationen ausgesetzt.

Für „Digger“ geht der Hollywoodstar jedoch einen völlig anderen Weg. Im ersten vollständigen Trailer zur neuen Katastrophenkomödie von Alejandro G. Iñárritu präsentiert sich Cruise mit schütterem weißem Haar, auffälligen Gesichtsprothesen und einem deutlich veränderten Körperbau.

Der Film kommt am 2. Oktober 2026 in die Kinos und markiert für Cruise eine bemerkenswerte Abkehr von seinen bekannten Rollen in großen Action-Franchises wie „Mission: Impossible“ und „Top Gun“. Statt eines kontrollierten Helden spielt er einen selbstherrlichen Milliardär, dessen Größenwahn die Welt an den Rand der Vernichtung gebracht hat.

Ein mächtiger Mann will die Welt vor sich selbst retten

Im Mittelpunkt steht Digger Rockwell, ein ebenso einflussreicher wie exzentrischer Ölunternehmer. Ein von seinem Konzern verursachtes Projekt löst eine ökologische Katastrophe mit potenziell globalen Folgen aus.

Rockwell begreift die Krise allerdings nicht nur als persönliche Niederlage. Er sieht darin offenbar auch die Gelegenheit, sich öffentlich als Retter der Menschheit zu inszenieren. Während die Lage zunehmend außer Kontrolle gerät, beginnt eine hektische Mission, mit der er beweisen möchte, dass ausgerechnet er die Welt vor dem von ihm verursachten Desaster bewahren kann.

Der Trailer verbindet grotesken Größenwahn, politische Satire und apokalyptische Bilder. Cruise schreit Anweisungen, inszeniert sich vor Kameras und bewegt sich durch luxuriöse Anwesen und politische Machtzentren, während außerhalb seiner abgeschotteten Welt die Folgen seiner Entscheidungen sichtbar werden.

Tom Cruise verlässt seine vertraute Komfortzone

Cruise ist seit Jahrzehnten vor allem mit körperlich anspruchsvollen Actionrollen verbunden. In „Digger“ entsteht die Herausforderung hingegen weniger durch halsbrecherische Stunts als durch die vollständige Verwandlung in eine unangenehme, tragikomische Figur.

Die Maske lässt den Schauspieler deutlich älter und schwerer erscheinen. Hinzu kommen eine veränderte Stimme, eine betont selbstbewusste Körpersprache und ein überzeichneter Südstaaten-Akzent.

Die Darstellung erinnert stellenweise an Cruises überraschenden Auftritt als Studiomanager Les Grossman in „Tropic Thunder“. „Digger“ scheint diesen Ansatz jedoch wesentlich weiterzuentwickeln. Aus einer komödiantischen Nebenfigur wird diesmal der Mittelpunkt einer bitteren Satire über Macht, Ego und unternehmerische Verantwortung.

Alejandro G. Iñárritu setzt auf eine ungewöhnliche Mischung

Regie führt Alejandro G. Iñárritu, der mit Filmen wie „Birdman“, „The Revenant“ und „Bardo“ für visuell eigenständige und thematisch anspruchsvolle Werke bekannt ist.

„Digger“ wird als Komödie katastrophalen Ausmaßes beschrieben. Der erste Trailer macht deutlich, dass damit kein klassischer Katastrophenfilm gemeint ist. Statt heroischer Rettungsaktionen steht offenbar die Absurdität eines Mannes im Mittelpunkt, der enorme Macht besitzt, aber kaum in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen.

Der Film verbindet schwarzen Humor mit einer politischen und gesellschaftlichen Ebene. Digger Rockwell wirkt wie eine zugespitzte Mischung aus Industriekapitän, Medienfigur und selbsternanntem Erlöser.

Damit bewegt sich der Film zwischen Charakterstudie, Groteske und Weltuntergangssatire. Die Ausgangslage erinnert an Werke wie „Dr. Strangelove“, in denen menschliche Eitelkeit und politischer Größenwahn gefährlicher erscheinen als die eigentliche Katastrophe.

Hochkarätige Besetzung neben Tom Cruise

Neben Cruise ist „Digger“ mit einem umfangreichen Ensemble besetzt. Dazu gehören Sandra Hüller, Jesse Plemons, Riz Ahmed, Sophie Wilde, Emma D’Arcy, Michael Stuhlbarg und John Goodman.

Mehrere der Beteiligten sind im Trailer bereits kurz zu sehen. Welche Rollen sie innerhalb der Handlung übernehmen, hält Warner Bros. bislang allerdings weitgehend zurück.

Besonders interessant ist die Zusammenarbeit mit Sandra Hüller, die sich spätestens mit „Anatomie eines Falls“ und „The Zone of Interest“ international etabliert hat. Jesse Plemons wiederum gehört zu den vielseitigsten Charakterdarstellern seiner Generation und dürfte gut zu Iñárritus Mischung aus Tragik und schwarzem Humor passen.

Komplett auf VistaVision gedreht

Auch technisch geht „Digger“ einen bemerkenswerten Weg. Der Film wurde vollständig im VistaVision-Format gedreht. Dabei läuft das 35-Millimeter-Filmmaterial horizontal durch die Kamera, wodurch eine größere Bildfläche und eine besonders detailreiche Aufnahme entstehen.

Das historische Format erlebt derzeit eine neue Aufmerksamkeit. Es bietet Filmemachern eine hohe Bildauflösung und einen charakteristischen analogen Look, der sich deutlich von herkömmlichen digitalen Produktionen unterscheiden kann.

Für die Bildgestaltung ist Emmanuel Lubezki verantwortlich. Der vielfach ausgezeichnete Kameramann arbeitete bereits bei „Birdman“ und „The Revenant“ mit Iñárritu zusammen und ist für lange Einstellungen, natürliches Licht und besonders immersive Bilder bekannt.

Der Trailer deutet entsprechend auf eine aufwendig inszenierte Produktion hin. Luxuriöse Innenräume, gewaltige Landschaften und apokalyptische Szenarien stehen in starkem Kontrast zur grotesken Hauptfigur.

Mehr als nur eine spektakuläre Verwandlung

Die auffällige Maske von Tom Cruise dürfte zunächst einen großen Teil der Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Für den langfristigen Erfolg des Films wird jedoch entscheidend sein, ob hinter der äußerlichen Transformation auch eine überzeugende Figur steckt.

Die Voraussetzungen dafür sind vielversprechend. Iñárritu hat mehrfach bewiesen, dass er überzeichnete Charaktere mit existenziellen Themen verbinden kann. Cruise wiederum erhält die Gelegenheit, sich weit außerhalb seines etablierten Action-Images zu präsentieren.

„Digger“ könnte damit sowohl als unterhaltsame schwarze Komödie als auch als bissige Abrechnung mit wirtschaftlicher Macht und öffentlicher Selbstinszenierung funktionieren.

Der erste Trailer vermittelt jedenfalls den Eindruck eines bewusst eigenwilligen Kinofilms, der sich nur schwer in eine klassische Genre-Schublade einordnen lässt.

Ein mögliches Prestigeprojekt für die kommende Award-Saison

Der Kinostart Anfang Oktober ist strategisch günstig gewählt. Produktionen, die in diesem Zeitraum erscheinen, werden häufig mit Blick auf die spätere Preisverleihungssaison positioniert.

Tom Cruise wurde bislang mehrfach für den Oscar nominiert, gewann die Auszeichnung als Schauspieler jedoch noch nie. Seine radikale Verwandlung und die Zusammenarbeit mit Iñárritu könnten „Digger“ deshalb frühzeitig zu einem möglichen Kandidaten für Schauspiel-, Masken- und Kameraauszeichnungen machen.

Ob der Film diesen Erwartungen gerecht wird, lässt sich anhand des Trailers noch nicht beurteilen. Sicher ist jedoch, dass Cruise hier eine seiner ungewöhnlichsten Rollen übernimmt.

„Digger“ startet am 2. Oktober 2026 im Kino und soll auch in IMAX gezeigt werden.