xTool baut sein Software-Ökosystem deutlich aus und hat mit Atomm 4.0 die bislang umfangreichste Version seiner Kreativplattform vorgestellt. Statt lediglich fertige Projekte und Vorlagen bereitzustellen, soll Atomm künftig den kompletten Weg von einer ersten Idee bis hin zu einer möglichst produktionsfertigen Datei begleiten. Im Mittelpunkt stehen dabei künstliche Intelligenz, automatische Vektorisierung, parametrische Konstruktionen, spezielle Generatoren für Maker und eine direkte Verbindung zum xTool-Ökosystem.

xTool bezeichnet Atomm 4.0 als eine AI Creation Suite speziell für Maker. Das erklärte Ziel ist es, Anwendern den Einstieg in Lasergravur, Laserschneiden, Druck und weitere digitale Fertigungsverfahren zu erleichtern, ohne dass dafür umfangreiche Kenntnisse in Grafik-, CAD- oder 3D-Software notwendig sein sollen.

Von der Idee direkt zur fertigen Datei

Das zentrale Konzept hinter Atomm 4.0 beschreibt xTool mit dem Motto „From Ideas to Ready-to-Make Files“.

Anwender sollen beispielsweise einfach beschreiben können, was sie herstellen möchten. Die KI unterstützt anschließend bei der Gestaltung und kann Entwürfe durch weitere Anweisungen verändern oder verfeinern. Auch vorhandene Fotos oder Grafiken lassen sich als Ausgangspunkt verwenden.

Anders als klassische KI-Bildgeneratoren soll Atomm dabei nicht bei einem hübschen Bild aufhören. Die Plattform wurde darauf ausgelegt, Designs für reale Fertigungsverfahren vorzubereiten. Dazu gehören unter anderem Gravieren, Schneiden, Drucken und verschiedene 3D-Anwendungen.

Die KI kann unter anderem Objekte erkennen, Hintergründe entfernen, Grafiken aufteilen, Konturen optimieren und Bilder vektorisieren. Darüber hinaus sollen sich Designs beispielsweise in Line-Art, Pop-Art, Gem-Art oder andere für kreative Projekte geeignete Stile umwandeln lassen.

Atomm AI wird zum zentralen Assistenten

Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Ausbau von Atomm AI.

Bereits wenige Worte oder ein Bild sollen ausreichen, um ein neues Projekt zu starten. Anschließend kann der Anwender über natürliche Sprache weitere Änderungen vornehmen.

Statt zwischen mehreren Programmen für KI-Erstellung, Bildbearbeitung, Vektorisierung und Vorbereitung der Produktionsdatei wechseln zu müssen, möchte xTool möglichst viele dieser Arbeitsschritte innerhalb einer Plattform zusammenführen.

Gerade für Einsteiger könnte das interessant sein. Wer bislang eine Idee für eine Lasergravur oder einen Lasercut hatte, musste häufig zunächst eine passende Grafik erstellen, diese bearbeiten, vektorisieren und anschließend für das jeweilige Fertigungsverfahren vorbereiten.

Atomm 4.0 versucht, einen großen Teil dieses Workflows zu automatisieren.

Structure Build erstellt komplette 3D-Konstruktionen

Besonders interessant für Laser-Anwender dürfte Structure Build sein.

Damit lassen sich dreidimensionale Konstruktionen wie Boxen, Schubladen, Aufbewahrungssysteme, kleine Häuser, Displays oder ähnliche Projekte erstellen. Die KI übernimmt dabei einen Teil der normalerweise notwendigen Konstruktionsarbeit.

Der Anwender beschreibt beispielsweise, welches Objekt entstehen soll. Atomm erstellt daraus eine Konstruktion und berücksichtigt dabei unter anderem Verbindungen, Steckelemente und Ausschnitte.

Auch Änderungen sollen anschließend per Texteingabe möglich sein.

Damit richtet sich die Funktion insbesondere an Maker, die eigene Konstruktionen herstellen möchten, bislang aber wenig Erfahrung mit CAD-Programmen oder komplexen parametrischen Designs besitzen. Aus dem dreidimensionalen Entwurf entstehen anschließend zweidimensionale Teile, die für die Fertigung vorbereitet werden können.

Mehr als 120 kreative Werkzeuge und Vorlagen

Atomm entwickelt sich gleichzeitig zu einer großen Werkzeug-Sammlung für unterschiedliche Maker-Projekte. xTool spricht von mehr als 120 Creative Tools, Projekten und Templates innerhalb des Ökosystems.

Darunter befinden sich beispielsweise Werkzeuge für:

  • Lasergravuren

  • Lasercut-Projekte

  • Layered Art

  • Halftone-Designs

  • Sticker

  • Reliefs

  • Glas- und Kristallgravuren

  • Stained-Glass-Designs

  • personalisierte Bilderrahmen

  • Schriftgestaltung

  • Vektorisierung

  • 3D-Modelle

Ein Beispiel ist der Halftone Generator, mit dem Bilder in Raster- beziehungsweise Punktmuster umgewandelt werden können.

Der Layered Cutting Generator erstellt dagegen Designs, die aus mehreren Ebenen bestehen und beispielsweise aus Holz, Acryl oder Papier gefertigt und anschließend zusammengesetzt werden können.

Hinzu kommen zahlreiche spezialisierte Generatoren aus der Atomm-Community.

Fotos automatisch für Laserprojekte vorbereiten

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung vorhandener Bilder.

Mit Funktionen wie Photo to Vector können Fotos oder Grafiken automatisch in Vektoren umgewandelt werden. Andere Werkzeuge erzeugen Konturen oder optimieren Bilder gezielt für eine Gravur.

Atomm bietet unter anderem Funktionen für Liniengravuren, Punktmuster und Graustufen-Gravuren.

Damit könnte ein typischer Workflow künftig deutlich kürzer werden: Foto hochladen, gewünschten Stil beziehungsweise Fertigungsprozess auswählen, das Ergebnis anpassen und anschließend für die Produktion vorbereiten.

Aus 2D-Bildern entstehen 3D-Modelle

Bereits kurz vor der Vorstellung von Atomm 4.0 hatte xTool außerdem einen neuen AI 3D Model Generatorpräsentiert.

Dieser kann zweidimensionale Bilder in 3D-Modelle umwandeln. Die Funktion wurde unter anderem für die innere Gravur von Kristall und Glas entwickelt und kann aus Fotos beispielsweise dreidimensionale Porträts oder Reliefstrukturen erzeugen. Die erzeugten Modelle sollen darüber hinaus auch für weitere 3D-Anwendungen eingesetzt werden können.

Gerade in Kombination mit xTools neueren UV-Laser-Systemen und Lösungen für Kristallgravuren dürfte diese Funktion künftig eine größere Rolle innerhalb des xTool-Ökosystems spielen.

Vorschau vor der eigentlichen Produktion

Atomm 4.0 soll außerdem helfen, Fehlproduktionen und Materialverschwendung zu reduzieren.

Designs lassen sich vor der Herstellung auf verschiedenen Produkten beziehungsweise Materialien visualisieren. Genannt werden beispielsweise T-Shirts, Taschen oder Kristallobjekte.

Der Anwender kann dadurch bereits vor der eigentlichen Fertigung beurteilen, wie ein Design auf dem späteren Produkt wirken könnte.

Verbindung mit xTool Studio und den Maschinen

Atomm soll nicht isoliert neben der bisherigen xTool-Software existieren.

Die Plattform wird zunehmend mit xTool Studio und den Maschinen des Herstellers verbunden. Atomm übernimmt dabei vor allem Inspiration, Erstellung und Vorbereitung der Designs, während xTool Studio weiterhin eine zentrale Rolle bei der Bearbeitung und der eigentlichen Maschinenausgabe spielt.

xTool Studio bietet bereits direkten Zugriff auf Atomm-Projekte und Templates. Dadurch soll ein möglichst durchgängiger Workflow von der Idee bis zur Produktion entstehen.

Langfristig entwickelt xTool damit ein geschlossenes Maker-Ökosystem aus KI-Design, Projektbibliothek, Produktionssoftware, Materialien und Hardware.

Große Community mit fast 100.000 Projekten

Atomm ist inzwischen außerdem deutlich mehr als eine reine Designsoftware.

Nach Angaben von xTool verfügt die Plattform über rund 320.000 monatlich aktive Nutzer, mehr als 16.000 aktive Creator und inzwischen nahezu 100.000 veröffentlichte Projekte. Diese sollen insgesamt mehr als zwei Millionen gültige Nutzungen erreicht haben.

Auf der Plattform finden sich inzwischen zahlreiche fertige Projekte, die direkt übernommen oder als Ausgangspunkt für eigene Designs verwendet werden können.

Darüber hinaus können Entwickler eigene Generatoren anbieten. Zum Start von Atomm 4.0 sind bereits mehr als 20 Generatoren von Drittentwicklern Teil des offenen Ökosystems.

xTool startet Creator-Programm mit einer Million US-Dollar

Parallel zu Atomm 4.0 kündigt xTool ein umfangreiches 1 Million Dollar Creator Program an.

Mindestens eine Million US-Dollar sollen innerhalb des Programms an Creator, Entwickler von Generatoren und Video-Creator ausgeschüttet werden.

Content-Ersteller können unter anderem an Umsätzen beteiligt werden und Provisionen für Materialverkäufe erhalten. xTool nennt dabei Provisionen von bis zu 30 Prozent.

Entwickler wiederum können eigene Werkzeuge und Generatoren auf Atomm anbieten und bei deren Nutzung Einnahmen erzielen. Auch Creator auf Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram sollen über Bonusprogramme profitieren können.

Damit möchte xTool Atomm langfristig nicht nur als Softwareplattform etablieren, sondern gleichzeitig ein eigenes wirtschaftliches Ökosystem für Maker und Designer aufbauen.

Atomm 4.0 ist ab sofort verfügbar

Das umfangreiche Upgrade auf Atomm 4.0 ist seit dem 21. September 2026 verfügbar.

Die neue Version stellt einen deutlichen Ausbau der bisherigen Plattform dar. Besonders die Kombination aus KI-generierten Designs, automatischer Vektorisierung, parametrischen 3D-Konstruktionen und spezialisierten Maker-Generatoren könnte viele Arbeitsschritte vereinfachen, für die bislang mehrere unterschiedliche Programme erforderlich waren.

Spannend dürfte insbesondere sein, wie gut die von der KI erzeugten Dateien in der Praxis tatsächlich direkt verarbeitet werden können. Wenn xTool den versprochenen Workflow konsequent umsetzt, könnte Atomm künftig zu einem zentralen Bestandteil des gesamten xTool-Ökosystems werden – von der ersten Idee bis zum fertigen Werkstück.