Bambu Lab erweitert sein Produktportfolio und wagt den nächsten Schritt in Richtung digitaler Fertigung. Nachdem sich das Unternehmen mit seinen 3D-Druckern einen Namen gemacht hat und inzwischen auch Lasertechnik anbietet, folgt nun der Einstieg in einen weiteren Markt. Mit dem Bambu Lab S1 hat der Hersteller seinen ersten handgeführten 3D-Scanner offiziell angekündigt. Die Markteinführung ist bereits für November 2026 vorgesehen.
Die Ankündigung erfolgte am 12. Oktober. Bambu Lab veröffentlichte dazu ein erstes Produktbild, hält sich bei den technischen Einzelheiten allerdings noch zurück. Fest steht, dass der S1 reale Gegenstände digital erfassen soll und damit eine interessante Ergänzung für bestehende 3D-Druck-Workflows werden könnte.
Ein neuer Baustein im Bambu-Lab-Ökosystem
Mit dem S1 verfolgt Bambu Lab offenbar das Ziel, den Weg vom realen Gegenstand zum digitalen 3D-Modell zugänglicher zu gestalten. Während Nutzer bisher häufig auf separate Scanner anderer Hersteller zurückgreifen müssen, könnte künftig eine eigene Lösung zur Verfügung stehen.
Das erste offizielle Produktbild zeigt ein schwarzes, handgeführtes Gerät mit einem markanten Griff und einer breiten Sensoreinheit auf der Vorderseite. Das Design deutet auf eine mobile Nutzung hin, bei der Gegenstände aus verschiedenen Blickwinkeln erfasst werden können.
Besonders interessant ist dieser Ansatz für Maker, die individuelle Ersatzteile, Gehäuse oder andere Bauteile entwickeln möchten. Statt komplexe Formen vollständig von Hand nachzubauen, lassen sich vorhandene Gegenstände mithilfe eines 3D-Scanners zunächst digitalisieren und anschließend in geeigneter Software weiterbearbeiten.
Ob Bambu Lab diesen Prozess durch eine besonders enge Verbindung zwischen Scanner, Software und 3D-Druckern vereinfachen wird, ist derzeit allerdings noch nicht bekannt.
Technische Daten bleiben vorerst geheim
Obwohl die Ankündigung bereits erfolgt ist, hat Bambu Lab bislang nur wenige Informationen veröffentlicht. Details zur verwendeten Scantechnologie, zur Genauigkeit und zur möglichen Auflösung fehlen noch.
Auch über die unterstützten Dateiformate und die Softwarekompatibilität schweigt sich das Unternehmen aus. Insbesondere eine mögliche Integration in Bambu Studio dürfte für viele Anwender interessant sein, wurde bisher aber nicht bestätigt.
Damit bleibt auch offen, ob sich der S1 eher an ambitionierte Hobbyanwender oder an professionelle Nutzer richtet.
Konkurrenz für Creality, Revopoint und Shining 3D?
Der Markt für handgeführte 3D-Scanner ist bereits gut besetzt. Hersteller wie Creality, Revopoint und Shining 3D bieten unterschiedliche Lösungen für die Digitalisierung realer Gegenstände an.
Bambu Lab könnte sich insbesondere über eine unkomplizierte Bedienung und einen möglichst durchgängigen Arbeitsablauf positionieren. Schließlich hat das Unternehmen bereits bei seinen 3D-Druckern gezeigt, wie wichtig eine verständliche Software und weitgehend automatisierte Prozesse für viele Anwender sind.
Ob der S1 tatsächlich ähnliche Vorteile bieten kann, muss sich jedoch erst zeigen. Ohne konkrete Angaben zur Scanqualität, Software und Preisgestaltung lässt sich noch keine seriöse Einschätzung seiner Wettbewerbsfähigkeit treffen.
Preis und Verfügbarkeit
Der Bambu Lab S1 soll im November 2026 erscheinen. Einen konkreten Veröffentlichungstermin hat der Hersteller bislang nicht genannt.
Auch der Verkaufspreis ist noch unbekannt. Gleiches gilt für die Verfügbarkeit in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Weitere Einzelheiten sollen im Zusammenhang mit der offiziellen Markteinführung bekannt gegeben werden.
Einschätzung: Ein spannender Schritt für die Maker-Szene
Mit dem S1 könnte Bambu Lab sein bestehendes Produktportfolio sinnvoll erweitern. Gerade die Verbindung aus 3D-Scanning, digitaler Konstruktion und anschließendem 3D-Druck eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.
Entscheidend wird allerdings sein, wie einfach sich die erfassten Modelle tatsächlich weiterverarbeiten lassen. Denn ein guter Scanner allein garantiert noch keinen unkomplizierten Weg zum fertigen 3D-Druck.
Sollte Bambu Lab hier eine überzeugende Lösung entwickeln, könnte der S1 insbesondere für Hobby-Maker, Modellbauer und kleinere Werkstätten interessant werden.
Bis zur vollständigen Vorstellung im November bleiben allerdings noch einige Fragen offen.