LEGO scheint derzeit kaum zu bremsen zu sein. Der dänische Spielwarenhersteller hat seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht und meldet erneut deutliches Wachstum. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 21 Prozent auf 41,9 Milliarden dänische Kronen. Noch stärker entwickelte sich der Gewinn. Der Nettogewinn legte um 32 Prozent auf 8,6 Milliarden dänische Kronen zu. Interessant ist dabei vor allem, womit LEGO derzeit neue Käufer erreicht. Neben etablierten Reihen gehören unter anderem Formel 1, die FIFA-Weltmeisterschaft, Pokémon und K-Pop Demon Hunters zu den Wachstumstreibern.
LEGO steigert Umsatz auf 41,9 Milliarden Kronen
Die LEGO Group kann auch 2026 ihren außergewöhnlichen Wachstumskurs fortsetzen. Im ersten Halbjahr erreichte der Konzern einen Umsatz von 41,9 Milliarden dänischen Kronen. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 34,6 Milliarden Kronen. Damit ergibt sich innerhalb nur eines Jahres ein Wachstum von rund 21 Prozent.
Gewinn wächst noch stärker
Noch deutlicher fällt die Entwicklung beim Nettogewinn aus. Dieser stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um 32 Prozent auf 8,6 Milliarden dänische Kronen. LEGO wächst damit weiterhin deutlich stärker als große Teile des weltweiten Spielwarenmarktes.
LEGO gewinnt weiter Marktanteile
Der Erfolg ist inzwischen nicht mehr ausschließlich mit einzelnen außergewöhnlich starken Sets zu erklären. LEGO spricht mit seinem Sortiment zunehmend völlig unterschiedliche Zielgruppen an. Kinder bleiben natürlich ein zentraler Bestandteil der Marke, gleichzeitig richtet sich ein immer größerer Teil des Angebots gezielt an Jugendliche und Erwachsene. Dieser Ansatz zahlt sich offenbar aus.
Mehr als 330 neue Sets in sechs Monaten
Allein während der ersten sechs Monate des Jahres 2026 brachte LEGO mehr als 330 neue Produkte auf den Markt. Damit kann das Unternehmen praktisch kontinuierlich neue Themen, Kooperationen und Preisklassen bedienen. Von kleinen Sets für Kinder bis zu aufwendigen Display-Modellen für Erwachsene reicht das Angebot inzwischen über einen deutlich größeren Bereich als noch vor einigen Jahren.
Formel 1 entwickelt sich zum wichtigen LEGO-Thema
Ein wichtiger Wachstumstreiber sind Sportkooperationen. Die Zusammenarbeit mit der Formel 1 spricht beispielsweise nicht nur klassische LEGO-Fans an, sondern erreicht gleichzeitig Motorsport-Enthusiasten. Fahrzeuge und Rennteams lassen sich dabei besonders gut mit bestehenden LEGO-Reihen wie Speed Champions und Technic kombinieren.
Auch die Fußball-WM bringt neue Käufer
Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 sorgt ebenfalls für zusätzliche Nachfrage. LEGO hat das Großereignis genutzt, um neue Produkte rund um Fußball und die Weltmeisterschaft anzubieten. Dazu gehört unter anderem eine große LEGO-Nachbildung des offiziellen WM-Pokals. Gerade solche Produkte zeigen, wie stark LEGO inzwischen auf Themen setzt, die weit über klassische Spielsets hinausgehen.
Pokémon ist für LEGO eine besonders wichtige Partnerschaft
Zu den spannendsten neuen Kooperationen gehört ohne Zweifel Pokémon. Die Marke feiert 2026 ihr 30-jähriges Jubiläum und besitzt über mehrere Generationen hinweg eine riesige Fangemeinde. Damit trifft Pokémon ziemlich genau auf die Strategie, mit der LEGO derzeit besonders erfolgreich ist: Kinder werden ebenso angesprochen wie Erwachsene, die mit dem Franchise aufgewachsen sind.
Interaktive LEGO-Technik spielt dabei ebenfalls eine Rolle
Bei Pokémon experimentiert LEGO zusätzlich mit neuen interaktiven Bausteinen und digitalen beziehungsweise elektronischen Spielelementen. Das klassische Bausystem soll dadurch um neue Reaktionen und Interaktionen erweitert werden.
Damit versucht LEGO offensichtlich, auch im technologisch geprägten Spielzeugmarkt neue Akzente zu setzen.
K-Pop Demon Hunters wird überraschend wichtig
Ein weiterer bemerkenswerter Wachstumstreiber ist K-Pop Demon Hunters. Die inzwischen enorm populäre Entertainment-Marke hat auch ihren Weg ins LEGO-Portfolio gefunden. Nach Aussagen von LEGO-CEO Niels B. Christiansen kommen entsprechende Produkte insbesondere bei Mädchen sehr gut an. Für LEGO eröffnet sich damit erneut eine Zielgruppe, die mit klassischen Themen möglicherweise weniger stark erreicht wurde.
LEGO setzt immer stärker auf große Popkultur-Marken
Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, wie sich LEGO in den vergangenen Jahren verändert hat. Neben eigenen Welten wie City oder Technic bilden lizenzierte Marken mittlerweile einen enorm wichtigen Teil des Geschäfts. Star Wars, Marvel, Harry Potter, Nintendo, Pokémon, Formel 1 und zahlreiche weitere Kooperationen sorgen dafür, dass praktisch jede Interessengruppe ein passendes Set finden kann.
Erwachsene bleiben eine wichtige Zielgruppe
Gleichzeitig hat LEGO das Angebot für Erwachsene massiv ausgebaut. Aufwendige Fahrzeuge, Gebäude, Kunstwerke, Pflanzen und große Sammlermodelle werden inzwischen gezielt als Displayobjekte vermarktet. Damit konkurriert LEGO längst nicht mehr ausschließlich mit klassischem Spielzeug. Die Marke bewegt sich zunehmend auch im Bereich Sammeln, Dekoration und Lifestyle.
Mehr neue Kunden und gleichzeitig höhere Ausgaben
LEGO beobachtet nach eigenen Angaben derzeit zwei positive Entwicklungen. Zum einen kommen neue Käufer zur Marke hinzu. Zum anderen kaufen bestehende Kunden mehr Produkte. Genau diese Kombination dürfte einen erheblichen Anteil am starken Wachstum besitzen.
Höhere Ölpreise könnten zum Problem werden
Ganz ohne Risiken läuft das Geschäft allerdings nicht. Steigende Ölpreise verteuern grundsätzlich auch viele Kunststoffe, die für klassische LEGO-Steine benötigt werden. Bislang konnte LEGO die Auswirkungen nach Angaben des Unternehmens jedoch vergleichsweise gut abfedern.
Mehr erneuerbare Materialien helfen bei den Kosten
Ein Grund dafür ist der zunehmende Einsatz von Rohstoffen, die nicht unmittelbar auf fossilem Öl basieren. LEGO investiert seit Jahren große Summen in erneuerbare und recycelbare Materialien. Das soll langfristig nicht nur die Umweltbelastung reduzieren, sondern macht das Unternehmen teilweise auch weniger abhängig von klassischen Rohstoffpreisen.
LEGO erweitert gleichzeitig seine Produktion
Das starke Wachstum erfordert zusätzliche Produktionskapazitäten. In Virginia entsteht deshalb derzeit eine neue Fabrik inklusive Distributionszentrum. Die Anlage soll nach aktuellem Zeitplan Mitte 2027 in Betrieb gehen. LEGO versucht damit gleichzeitig, Produkte stärker in der Nähe wichtiger Absatzmärkte herzustellen.
2025 war bereits ein Rekordjahr
Die aktuellen Zahlen sind besonders bemerkenswert, weil LEGO bereits 2025 außergewöhnlich stark gewachsen war. Im vergangenen Gesamtjahr erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 83,5 Milliarden dänischen Kronen.
Der Nettogewinn lag damals bei 16,7 Milliarden Kronen. Trotz dieser hohen Ausgangsbasis beschleunigt sich das Wachstum im ersten Halbjahr 2026 erneut.
LEGO findet immer neue Zielgruppen
Genau darin dürfte derzeit eine der größten Stärken des Unternehmens liegen. LEGO verkauft nicht einfach nur mehr Sets an dieselben Käufer. Durch Sport, Gaming, Film, Serien, Musik und Lifestyle-Kooperationen werden ständig neue Interessengruppen erschlossen. Ein Formel-1-Fan muss kein klassischer LEGO-Sammler sein, genauso wenig wie ein Pokémon- oder K-Pop-Fan. Über die jeweilige Marke kommen diese Käufer trotzdem mit LEGO in Kontakt.
Fazit
Die aktuellen Halbjahreszahlen zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich sich LEGO derzeit aufstellt. Ein Umsatzwachstum von rund 21 Prozent und ein Gewinnplus von 32 Prozent sind angesichts der bereits enormen Unternehmensgröße bemerkenswert. Der eigentliche Schlüssel scheint allerdings weniger in einem einzelnen Bestseller zu liegen. LEGO schafft es derzeit, mit sehr unterschiedlichen Themen gleichzeitig Kinder, Erwachsene, Sammler, Gaming-Fans, Motorsport-Begeisterte, Pokémon-Fans und sogar K-Pop-Zielgruppen anzusprechen. Genau diese Vielfalt könnte erklären, warum die Marke weiterhin deutlich schneller wächst als große Teile des klassischen Spielwarenmarktes.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte LEGO einen Umsatz von 41,9 Milliarden dänischen Kronen. Der Nettogewinn stieg um 32 Prozent auf 8,6 Milliarden Kronen.