Ein Stoffwürfel statt mehrerer Hi-Fi-Komponenten: Mit dem HYG 5 bringt Jamo einen neuen WLAN-Lautsprecher ins Wohnzimmer, der Musikstreaming, Verstärkung und drei Lautsprecherchassis in einem kompakten Gehäuse vereint. AirPlay 2, Google Cast und die wichtigsten Streamingdienste sind an Bord. Zum europäischen Verkaufsstart nennt der Hersteller einen Preis von 399 Euro.

Ein Lautsprecher, der den Raum nicht auf einen Hörplatz festlegt

Der Name HYG spielt auf das dänische „Hygge“ an, also auf Gemütlichkeit und das bewusste Genießen kleiner Momente. Beim neuen HYG 5 übersetzt Jamo diesen Gedanken in einen Lautsprecher, der möglichst wenig Technik im Raum sichtbar machen soll. Streamer, Verstärker und drei Lautsprecherchassis stecken in einem einzigen, nahtlos mit Stoff bezogenen Gehäuse. Statt sich mit einem separaten Verstärker und mehreren Boxen zu beschäftigen, genügt eine Stromversorgung und die Verbindung zum Heimnetz.

Zwei 2,5 Zoll große Breitbandtreiber sind leicht nach oben und außen gerichtet. Damit möchte Jamo den Klang breiter im Raum verteilen, sodass Musik nicht nur an einem bestimmten Sitzplatz ausgewogen wirkt. Den Tiefton übernimmt ein nach unten abstrahlender 4-Zoll-Woofer, unterstützt von zwei Bassreflexöffnungen. Jamo nennt eine horizontale Abstrahlung von 125 Grad und eine Verstärkerleistung von insgesamt 30 Watt RMS. Wie räumlich das Konzept tatsächlich klingt, lässt sich ohne Hörtest allerdings nicht beurteilen.

Streaming ohne zusätzliche Zuspieler

Bei der Musikauswahl setzt der HYG 5 auf eine breite Palette bekannter Dienste. Spotify Connect, TIDAL Connect und Qobuz Connect werden ebenso unterstützt wie TuneIn und QPlay II. Über AirPlay 2 und Google Cast lässt sich Musik außerdem aus kompatiblen Apps übertragen und in passende Multiroom-Umgebungen einbinden. Das Audiosystem verarbeitet laut Datenblatt Signale mit bis zu 24 Bit und 96 kHz. Das ist eine Angabe zur unterstützten Systemauflösung und kein Beleg für eine bestimmte Klangqualität.

Für die unkomplizierte Verbindung unterwegs oder bei Besuch ist Bluetooth 5.0 vorhanden; die unterstützten Codecs beschränken sich auf SBC und AAC. Ein Stereo-Cinch-Eingang nimmt analoge Quellen wie einen CD-Player oder einen Plattenspieler mit eingebautem Phonovorverstärker auf. Eine eigene Phonostufe nennt Jamo nicht. Wer einen klassischen Plattenspieler ohne Vorverstärker besitzt, benötigt daher eine zusätzliche Lösung.

Licht und Bedienung als Teil des Konzepts

Das Design bleibt bewusst wohnlich: Die Oberfläche ist mit Stoff bezogen, die Bedienelemente auf der Oberseite treten im Standby optisch zurück. Ein Lichtring an der Unterseite beleuchtet die Stellfläche mit warmem Licht. Seine Helligkeit passt sich über einen Sensor automatisch an die Umgebung an; über die Jamo-Play-App lässt sich die Beleuchtung auch manuell regeln oder ausschalten. In der App stehen zudem Klangeinstellungen und ein Equalizer bereit.

Eine Handbewegung soll ausreichen, um den Lautsprecher aufzuwecken und die zuletzt verwendete Quelle fortzusetzen. Mit 222 × 200 × 222 Millimetern inklusive Griff und 2,9 Kilogramm Gewicht ist der HYG 5 eher für einen festen Platz auf Sideboard oder Regal gedacht als für den spontanen Einsatz im Park. Drei Farbvarianten sind angekündigt: Dark Grey, Light Grey und Amber Dune.

Preis, Verfügbarkeit und Einordnung

Jamo hat den HYG 5 am 20. Oktober 2026 vorgestellt und den europäischen Marktstart auf denselben Tag datiert. Die europäische unverbindliche Preisempfehlung beträgt 399 Euro. Einen aktuell verbindlich bestätigten Lagerbestand oder Liefertermin eines deutschen Händlers konnten wir nicht feststellen; die konkrete Lieferbarkeit in Deutschland sollte deshalb vor dem Kauf geprüft werden.

Für 399 Euro trifft der HYG 5 auf gut etablierte WLAN-Lautsprecher. Gegenüber einem Sonos Era 300 oder vergleichbaren vernetzten Wohnzimmermodellen setzt Jamo weniger auf ein großes App-Ökosystem als auf ein geschlossenes Designkonzept mit direkter Streaming-Unterstützung, breiter Abstrahlung und integrierter Beleuchtung. Im Umfeld klassischer Bluetooth-Lautsprecher wie der Marshall-Stanmore-Reihe sind wiederum AirPlay 2 und Google Cast ein praktischer Unterschied. Ob der Jamo klanglich mithalten kann, muss ein direkter Vergleich zeigen.