Belkin bringt Semi-Solid-State-Powerbanks: Mehr Sicherheit und bis zu dreifache Lebensdauer
Bei Powerbanks dreht sich inzwischen vieles um immer höhere Wattzahlen. Belkin versucht zur IFA 2026 einen anderen Ansatz und verändert nicht nur die Elektronik, sondern die Akkutechnik selbst. Die neuen UltraCharge Pro Powerbanks mit BoostSolid Cell verwenden eine Semi-Solid-State-Zellchemie, die gegenüber klassischen Lithium-Ionen-Zellen kompakter, thermisch stabiler und langlebiger sein soll.
Zum Start gibt es zwei Modelle. Eine besonders schlanke magnetische 5.000-mAh-Powerbank lädt Smartphones kabellos mit bis zu 15 Watt über Qi2. Darüber positioniert Belkin eine 10.000-mAh-Version mit Display, bis zu 60 Watt USB-C Power Delivery und insgesamt drei Anschlüssen. In Europa liegen die Preise bei 64,99 Euro beziehungsweise 79,99 Euro. Die Markteinführung beginnt im September 2026.
Was bedeutet Semi-Solid-State bei einer Powerbank?
Bei der BoostSolid-Technologie ersetzt Belkin den flüssigen Elektrolyten nicht vollständig. Stattdessen ergänzt eine gelartige Komponente den weiterhin vorhandenen Flüssigelektrolyten. Entsprechend spricht man von einer Semi-Solid-State- beziehungsweise halbfesten Zellarchitektur.
Belkin verspricht dadurch eine höhere Energiedichte und bessere mechanische Stabilität. Gleichzeitig soll das Risiko von Aufblähung, Feuer und thermischem Durchgehen reduziert werden.
Das macht die neuen Powerbanks redaktionell deutlich interessanter als ein weiteres Modell, das lediglich zehn oder zwanzig Watt mehr Ausgangsleistung bietet.
Bis zu dreimal längere Lebensdauer laut Belkin
Der Hersteller spricht von einer bis zu dreimal längeren Lebensdauer gegenüber herkömmlichen Powerbank-Akkus.
Konkret sollen die BoostSolid-Zellen nach 1.000 vollständigen Ladezyklen noch bis zu 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität behalten.
Belkin rechnet daraus bei einem vollständigen Lade- und Entladezyklus alle zwei Tage mit einer möglichen Nutzungsdauer von etwa fünf Jahren.
Diese Angaben stammen aus Herstellerprüfungen. Ein unabhängiger Test kann eine solche Lebensdauer zum Marktstart naturgemäß nicht vollständig nachvollziehen. Interessant wäre allerdings ein länger angelegter Kapazitätstest über mehrere Monate.
Sicherheit steht ungewöhnlich stark im Mittelpunkt
Gerade bei Powerbanks ist die Akkusicherheit ein wichtiges Thema. Belkin integriert deshalb zwei voneinander unabhängige analoge und digitale Temperatursensoren.
Diese überwachen die Zelle laut Hersteller alle 250 Millisekunden. Werden festgelegte Temperaturgrenzen überschritten, soll die Stromzufuhr automatisch unterbrochen werden.
Belkin nennt außerdem umfangreiche Belastungstests, darunter Nageldurchstoß, hohe Temperaturen, starke Kälte, Vibration, Stöße und Falltests.
Betrieb zwischen 0 und 40 Grad Celsius
Die Powerbanks sollen eine stabile Ladeleistung in einem Temperaturbereich von 0 bis 40 Grad Celsius ermöglichen.
Besonders interessant wäre in einem unabhängigen Test, wie stark sich Gehäuse- und Zelltemperaturen bei hoher Dauerleistung von klassischen Powerbanks unterscheiden.
UltraCharge Pro Slim Magnetic Power Bank 5K
Das kleinere Modell trägt die Modellnummer BPD024 und besitzt eine Kapazität von 5.000 mAh.
Die Powerbank misst nur 8,8 Millimeter in der Dicke und soll ungefähr die Grundfläche einer Kreditkarte besitzen. Belkin gibt an, dass sie rund 40 Prozent schlanker ausfällt als frühere beziehungsweise vergleichbare eigene 5.000-mAh-Lösungen.
Der wichtigste Einsatzbereich ist das magnetische Laden kompatibler Smartphones.
Qi2 liefert bis zu 15 Watt kabellos
Die Slim Magnetic Power Bank unterstützt Qi2 mit bis zu 15 Watt.
Dadurch kann sie magnetisch an kompatiblen Smartphones befestigt werden und diese ohne zusätzliches Kabel laden.
Über USB-C stehen kabelgebunden bis zu 22,5 Watt beziehungsweise bis zu 20 Watt über USB Power Delivery zur Verfügung.
Pass-Through Charging wird ebenfalls unterstützt. Während die Powerbank selbst geladen wird, kann sie ein Smartphone kabellos mit bis zu 7,5 Watt versorgen.
UltraCharge Pro 10K mit Display und 60 Watt
Deutlich leistungsfähiger fällt das Modell BPB044 aus.
Hier stehen 10.000 mAh Kapazität zur Verfügung. Trotz der höheren Kapazität soll das Gehäuse laut Belkin rund 27 Prozent kompakter sein als eine klassische 10.000-mAh-Powerbank vergleichbarer Leistungsklasse.
Die maximale Ausgangsleistung über USB-C beträgt 60 Watt.
Damit können nicht nur Smartphones und Tablets, sondern auch viele kompakte Notebooks geladen werden.
Zwei USB-C-Anschlüsse und zusätzlich USB-A
Die 10K-Version besitzt insgesamt drei Anschlüsse.
Zwei USB-C-Ports erreichen einzeln bis zu 60 Watt. Werden mehrere Geräte gleichzeitig geladen, liegt die kombinierte USB-C-Ausgangsleistung laut Belkin bei bis zu 27 Watt.
Zusätzlich steht ein klassischer USB-A-Port mit bis zu 22,5 Watt bereit.
Damit bleibt die Powerbank auch mit älteren Kabeln und Geräten kompatibel.
40 Watt Eingangsleistung
Zum Wiederaufladen der Powerbank stehen über USB-C bis zu 40 Watt Eingangsleistung zur Verfügung.
Belkin spricht von einer vollständigen Ladung in ungefähr zwei Stunden.
Die tatsächliche Dauer hängt selbstverständlich vom verwendeten Netzteil, Kabel, Ladestand und der Temperatur ab.
Display zeigt Leistung und Temperaturinformationen
Beim größeren Modell integriert Belkin ein kleines Display.
Dort werden unter anderem aktueller Akkustand, Ladeleistung und thermische Informationen angezeigt.
Gerade bei einem technisch stärker auf Sicherheit ausgelegten Akku ist die Temperaturanzeige interessanter als eine einfache Prozentanzeige.
PD, PPS, AVS und UFCS
Das 10K-Modell unterstützt mehrere aktuelle Schnellladeprotokolle.
Dazu zählen USB Power Delivery, PPS, AVS und UFCS.
Damit kann die Ausgangsleistung dynamisch an unterschiedliche Smartphones, Tablets und andere Geräte angepasst werden.
Belkin nennt iPhone 17 Pro als Beispiel
Laut Hersteller lässt sich ein iPhone 17 Pro mit der 10K-Version in ungefähr 24 Minuten auf 50 Prozent laden.
Dieser Wert stammt aus internen Belkin-Tests und hängt unter anderem von Ausgangsladestand, Temperatur und parallel laufenden Anwendungen ab.
In einem Daily-Media-Test wären standardisierte Ladeversuche mit mehreren Geräten sinnvoller als ein einzelner Smartphone-Wert.
Für Flugreisen ausgelegt
Beide BoostSolid-Modelle liegen innerhalb der für Handgepäck üblichen Kapazitätsgrenzen und werden von Belkin als TSA Carry-On Compliant beworben.
Damit zielt die Serie ausdrücklich auch auf Reisende.
Vor internationalen Flügen sollte dennoch immer geprüft werden, welche Regeln die jeweilige Fluggesellschaft und das Abflugland aktuell anwenden.
Preis und Verfügbarkeit
Die UltraCharge Pro Slim Magnetic Power Bank 5K mit BoostSolid Cell kostet 64,99 Euro.
Die stärkere UltraCharge Pro Power Bank 10K mit BoostSolid Cell und Display kostet 79,99 Euro.
Beide Modelle erscheinen in den Farben Schwarz und Sand.
Der internationale beziehungsweise europäische Marktstart beginnt im September 2026. Verkauft werden die Powerbanks über Belkin, Amazon und ausgewählte Händler.
Die deutsche Belkin-Webseite führt die 10K-Version bereits offiziell für 79,99 Euro, derzeit allerdings noch ohne sofortige Verfügbarkeit.
Einordnung: Akkutechnik ist diesmal wichtiger als die Wattzahl
Auf dem Papier sind 60 Watt für eine 10.000-mAh-Powerbank keine Revolution. Auch Qi2 mit 15 Watt findet sich inzwischen bei zahlreichen mobilen Akkus.
Die eigentlich interessante Entwicklung liegt deshalb in der Zelltechnologie.
Powerbanks gehören zu Produkten, die häufig viele Jahre genutzt, in Taschen transportiert und regelmäßig hohen thermischen Belastungen ausgesetzt werden. Gerade dort können bessere Alterungsbeständigkeit und ein geringeres Risiko von Zellaufblähung einen praktischen Vorteil bieten.