OLED-Gaming wird kleiner und gleichzeitig deutlich schneller. Samsung Display hat auf der gamescom 2026 angekündigt, erstmals 24,5 Zoll große QD-OLED-Panels speziell für kompetitives Gaming in Massenproduktion zu schicken. Die neuen Full-HD-Displays richten sich vor allem an FPS- und eSports-Spieler und sollen noch bis Ende des Jahres in ersten Gaming-Monitoren erscheinen.
Damit schließt Samsung eine interessante Lücke im bisherigen OLED-Markt. Während hochwertige OLED-Gaming-Monitore bislang überwiegend mit 27, 32 Zoll oder noch größeren Formaten angeboten wurden, sind 24 bis 25 Zoll gerade im professionellen eSports-Bereich weiterhin besonders beliebt.
Mehrere Hersteller arbeiten bereits an passenden Monitoren. ASUS hat unter anderem erste 24,5-Zoll-QD-OLED-Modelle mit bis zu 560 Hz vorgestellt.
Samsung bringt QD-OLED erstmals konsequent auf 24,5 Zoll
Samsung Display erweitert sein Gaming-Portfolio um eine neue Panelgröße.
Die kommenden QD-OLED-Displays messen 24,5 Zoll und besitzen eine Full-HD-Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln.
Die Massenproduktion soll noch bis Ende 2026 anlaufen.
Samsung richtet die neuen Panels ausdrücklich an eSports-Spieler und Fans schneller First-Person-Shooter.
Warum ausgerechnet Full HD?
Auf den ersten Blick wirkt Full HD im Jahr 2026 bei einem Premium-OLED-Panel beinahe ungewöhnlich.
Im kompetitiven Gaming gelten allerdings andere Prioritäten als bei einem großen Singleplayer-Monitor.
Hier stehen extrem hohe Bildraten, niedrige Latenzen und eine möglichst gute Übersicht über das gesamte Spielfeld im Vordergrund.
Eine geringere Auflösung reduziert zudem die notwendige GPU-Leistung und erleichtert es, mehrere Hundert Bilder pro Sekunde tatsächlich zu erreichen.
24,5 Zoll bleibt im eSports-Bereich beliebt
Professionelle Spieler greifen seit Jahren häufig zu Monitoren zwischen 24 und 25 Zoll.
Der Grund liegt nicht ausschließlich bei Preis oder Auflösung.
Auf einem kompakteren Display kann das komplette Bildfeld erfasst werden, ohne Kopf und Blick ständig über eine große Bildschirmfläche bewegen zu müssen.
Gerade bei Spielen wie Counter-Strike, Valorant oder anderen schnellen Shootern kann das ein Vorteil sein.
QD-OLED kombiniert Tempo mit OLED-Bildqualität
Samsung möchte nun die bekannte eSports-Größe mit den Vorteilen selbstleuchtender OLED-Pixel verbinden.
QD-OLED kommt ohne klassische Hintergrundbeleuchtung aus.
Schwarze Pixel können vollständig abgeschaltet werden, wodurch sehr hohe Kontraste und echtes Schwarz entstehen.
Quantum Dots sorgen zusätzlich für eine hohe Farbreinheit und einen großen Farbraum.
Rund 0,03 Millisekunden Reaktionszeit
Ein besonders wichtiger Vorteil für Gaming ist die extrem schnelle Pixelreaktion.
Samsung Display nennt für seine QD-OLED-Technik Reaktionszeiten von ungefähr 0,03 Millisekunden.
Damit können schnelle Bewegungen besonders klar dargestellt werden.
Gerade bei hohen Bildwiederholraten wird diese Eigenschaft zunehmend wichtig.
560 Hz sind bereits angekündigt
Dass die neue Panelgröße nicht bei normalen 144 oder 240 Hz stehen bleibt, zeigen bereits erste Monitorankündigungen.
ASUS hat auf der gamescom unter anderem den ROG Strix OLED XG259QDPG Ace vorgestellt.
Der Monitor verwendet ein 24,5 Zoll großes RGB-QD-OLED-Panel und erreicht eine Bildwiederholrate von bis zu 560 Hz.
Auch eine 360-Hz-Version kommt
Mit dem ROG Strix OLED XG259QDNS Ace wurde außerdem eine Variante mit 360 Hz angekündigt.
Sie soll die Vorteile der neuen Panelgeneration in einer etwas weniger extremen Konfiguration anbieten.
Preise für beide QD-OLED-Modelle hat ASUS bislang noch nicht vollständig genannt.
OLED wird im eSports-Markt immer interessanter
Lange dominierten im professionellen Gaming schnelle LCD- beziehungsweise TN-Displays.
Ihr großer Vorteil waren sehr hohe Bildwiederholraten und kurze Reaktionszeiten.
Mit immer schnelleren OLED-Panels schrumpft dieser Vorsprung inzwischen deutlich.
Gleichzeitig bietet OLED wesentlich bessere Schwarzwerte und eine deutlich stärkere Bildqualität.
Samsung sieht große Nachfrage
Samsung Display begründet die neue Größe ausdrücklich mit der Nachfrage von Monitorherstellern und Spielern.
Mehrere internationale PC- und Displayhersteller planen bereits eigene Geräte mit den neuen Panels.
Die Serienproduktion soll deshalb noch vor Jahresende hochgefahren werden.
QD-OLED wächst weiterhin stark
Samsung Display verweist außerdem auf das starke Wachstum seiner OLED-Monitorpanels.
Nach Angaben des Unternehmens wurden im vergangenen Jahr rund 2,5 Millionen QD-OLED-Panels für Monitore ausgeliefert.
Im Markt für selbstleuchtende Monitorpanels sieht Samsung damit einen Anteil von knapp 75 Prozent.
gamescom wird zur großen QD-OLED-Demo
Samsung nutzt die gamescom gleichzeitig, um seine Displaytechnik direkt mit aktuellen Spielen zu demonstrieren.
Rund 180 QD-OLED-Geräte kommen an verschiedenen Messeständen zum Einsatz.
Dabei arbeitet Samsung Display mit Capcom, Krafton und CD Projekt Red zusammen.
Capcom zeigt mehrere kommende Spiele auf QD-OLED
Am Capcom-Stand können Besucher unter anderem Onimusha: Way of the Sword, PRAGMATA, Street Fighter 6 und Mega Man: Dual Override auf entsprechenden Monitoren ausprobieren.
Auch Dragon's Dogma 2: Dark Arisen wird auf QD-OLED-Systemen gezeigt.
Auch Krafton setzt auf OLED-Monitore
Bei Krafton stehen unter anderem Project ZETA, Age Twisters und TARAE: The Unbound im Mittelpunkt.
Insgesamt werden dort zahlreiche Alienware-QD-OLED-Monitore eingesetzt.
Damit möchte Samsung zeigen, dass sich die Technik nicht ausschließlich für einen bestimmten Spieltyp eignet.
The Witcher zeigt die Vorteile bei dunklen Szenen
Auch CD Projekt Red gehört zur Kooperation.
Material zu The Witcher 3: Songs of the Past wird auf QD-OLED-Geräten präsentiert.
Gerade dunkle Fantasywelten profitieren besonders deutlich von den sehr tiefen Schwarzwerten eines selbstleuchtenden Displays.
Die eigentliche Konkurrenz beginnt jetzt
Mit dem neuen 24,5-Zoll-Format dürfte der Kampf um den eSports-Monitor deutlich spannender werden.
Neben Samsung treiben auch andere Panelhersteller immer schnellere OLED-Technologien voran.
ASUS zeigt auf derselben gamescom beispielsweise sogar einen 720-Hz-OLED-Monitor auf Basis einer anderen OLED-Technik.
Für Spieler bedeutet das vor allem eines: OLED entwickelt sich immer stärker von einer Premiumlösung für Bildqualität zu einer ernsthaften Option für maximal kompetitives Gaming.
Fazit
24,5 Zoll, Full HD und OLED wirken auf dem Datenblatt zunächst wie eine ungewöhnliche Kombination.
Für den eSports-Bereich ergibt sie allerdings sehr viel Sinn.
Die kompakte Bildschirmgröße bleibt bei professionellen FPS-Spielern beliebt, während Full HD extrem hohe Bildraten erleichtert.
QD-OLED bringt nun zusätzlich schnelle Pixelreaktionen, perfektes Schwarz und deutlich bessere Bildqualität in diese Geräteklasse.
Mit bereits angekündigten Monitoren mit 360 und 560 Hz wird außerdem deutlich, wohin die Entwicklung geht.
Interessant wird jetzt vor allem der Preis. Wenn 24,5-Zoll-OLED-Monitore deutlich günstiger als die größeren Premiumgeräte angeboten werden, könnte die Technik auch außerhalb des professionellen eSports-Marktes schnell an Bedeutung gewinnen.
Samsung Display startet die Massenproduktion seiner neuen 24,5-Zoll-Full-HD-QD-OLED-Panels noch bis Ende 2026. Erste entsprechende Gaming-Monitore wurden bereits angekündigt.