Nach den erfolgreichen Spider-Man-Spielen von Insomniac Games sind die Erwartungen an Marvel’s Wolverine entsprechend hoch. Mit Logan rückt nun allerdings ein Marvel-Held in den Mittelpunkt, der deutlich anders funktioniert als Spider-Man: weniger leichtfüßig, weniger freundlich, dafür rauer, direkter und körperlicher.

Der neue Trailer soll einen genaueren Eindruck davon geben, welchen Ton Insomniac Games für Marvel’s Wolverine anschlägt. Entscheidend wird dabei nicht nur sein, wie spektakulär die Action ausfällt, sondern auch, wie viel Gewicht die Geschichte rund um Logan bekommt. Gerade bei Wolverine lebt die Figur nicht allein von ihren Adamantium-Krallen, sondern auch von ihrer inneren Zerrissenheit, ihrer Vergangenheit und dem ständigen Konflikt zwischen Mensch und Waffe.

Nach Spider-Man liegt die Messlatte hoch

Insomniac Games hat sich mit Marvel’s Spider-Man, Marvel’s Spider-Man: Miles Morales und Marvel’s Spider-Man 2 viel Vertrauen bei Marvel-Fans erarbeitet. Die Spiele überzeugten vor allem durch ihre Mischung aus dynamischer Fortbewegung, bekannten Figuren und einem klaren Gespür für die Comic-Vorlage. Bei Marvel’s Wolverine steht das Studio nun vor einer anderen Aufgabe: Logan braucht mehr Härte, mehr Schwere und vermutlich auch einen deutlich kompromissloseren Blick auf Gewalt und Konsequenzen.

Genau deshalb dürfte der neue Trailer besonders aufmerksam verfolgt werden. Er muss nicht nur zeigen, dass Wolverine kraftvoll zuschlägt. Spannender ist die Frage, ob Insomniac Games den Charakter wirklich trifft: als Einzelgänger, als Kämpfer und als Figur, die ihre eigene Vergangenheit nie ganz abschütteln kann.

Mehr als nur Krallen und Action?

Ein Wolverine-Spiel kann schnell auf brutale Nahkämpfe reduziert werden. Das wäre naheliegend, aber auch ein bisschen zu einfach. Interessant wird Marvel’s Wolverine vor allem dann, wenn das Spiel die körperliche Wucht der Figur mit einer Geschichte verbindet, die Logan nicht nur als unverwüstlichen Kämpfer zeigt. Seine besten Geschichten funktionieren meist dann, wenn hinter der Gewalt auch Müdigkeit, Wut und Kontrollverlust spürbar werden.

Der neue Trailer dürfte deshalb nicht nur wegen möglicher Spielszenen wichtig sein, sondern auch wegen der Atmosphäre. Wie düster wird das Spiel? Wie erwachsen darf Logan auftreten? Und wie stark entfernt sich Insomniac Games vom zugänglicheren Ton der Spider-Man-Reihe? Gerade diese Fragen machen Marvel’s Wolverine zu einem der spannendsten kommenden Projekte im Marvel-Gaming-Bereich.

Logan braucht den richtigen Ton

Bei Spider-Man konnte Insomniac Games auf Tempo, Humor und große Superheldenmomente setzen. Wolverine verlangt eine andere Balance. Die Action darf härter ausfallen, sollte aber nicht beliebig wirken. Wenn das Studio die Figur ernst nimmt, muss sich jeder Kampf nach Logan anfühlen: direkt, schwer und mit sichtbaren Spuren.

Noch bleibt abzuwarten, wie viel der neue Trailer tatsächlich verrät. Klar ist aber: Nach dem Erfolg der Spider-Man-Spiele wird Marvel’s Wolverine nicht wie irgendein weiteres Lizenzspiel betrachtet. Insomniac Games muss zeigen, dass Logan nicht nur als bekannte Marke funktioniert, sondern auch als eigenständiges Spiel mit eigener Identität.