DJI schließt eine der größten Lücken seiner günstigen Mic-Mini-Serie. Das neue DJI Mic Mini 2S kann erstmals Audio direkt im nur rund zwölf Gramm leichten Sender speichern und unterstützt dabei sogar 32-Bit-Float-Aufnahmen. Damit lässt sich eine zusätzliche lokale Sicherheitsaufnahme erstellen, selbst wenn die Funkverbindung zur Kamera oder zum Smartphone unterbrochen wird.

Auch bei größeren Produktionen rückt die Mini-Serie näher an das deutlich professioneller positionierte DJI Mic 3 heran. Ein Empfänger kann jetzt mit bis zu vier Sendern gleichzeitig arbeiten. Hinzu kommen eine KI-basierte Geräuschunterdrückung mit zwei Intensitätsstufen, automatische Pegelkorrekturen und bis zu 28 Stunden interner Aufzeichnung.

Das DJI Mic Mini 2S ist bereits erhältlich. In Europa kostet das Komplettset mit zwei Sendern, einem Empfänger und Ladecase 189 Euro. Zwei kleinere Konfigurationen starten bei jeweils 99 Euro.

Endlich interne Aufzeichnung in der Mic-Mini-Serie

Der wichtigste Unterschied zum DJI Mic Mini 2 steckt im Sender. Jeder Mic-Mini-2S-Transmitter besitzt ungefähr 14,5 GB internen Speicher und kann das Audiosignal unabhängig vom Empfänger aufzeichnen.

Im voreingestellten 24-Bit-Modus reicht der Speicher laut DJI für bis zu 28 Stunden Audiomaterial. Wird die neue 32-Bit-Float-Aufzeichnung verwendet, sind ungefähr 22 Stunden möglich.

Das ist besonders bei Interviews, Veranstaltungen oder Außenaufnahmen interessant. Selbst wenn die Funkstrecke kurzfristig gestört wird oder die Verbindung zum Aufnahmegerät abreißt, läuft die lokale Aufnahme auf dem Sender weiter.

32-Bit-Float schafft zusätzliche Reserven beim Pegel

32-Bit-Float ist vor allem in Situationen hilfreich, in denen sich die Lautstärke während einer Aufnahme stark verändert. Sehr leise und plötzlich sehr laute Passagen lassen sich mit deutlich größeren Reserven aufzeichnen und anschließend in der Nachbearbeitung korrigieren.

Gerade für Solo-Creator ist das praktisch: Wer gleichzeitig Kamera, Interviewpartner und Ton überwachen muss, bekommt damit eine zusätzliche Absicherung gegen problematische Pegel.

DJI weist allerdings darauf hin, dass 32-Bit-Float nicht automatisch jedes übersteuerte Signal rettet. Die tatsächliche nutzbare Dynamik hängt weiterhin von den physikalischen Eigenschaften des Mikrofons ab.

Bis zu vier Sender an einem Empfänger

Die zweite große Neuerung betrifft Mehrpersonen-Aufnahmen. Ein Mic-Mini-2S-Empfänger kann mit bis zu vier Sendern gleichzeitig verbunden werden.

Damit eignet sich das System beispielsweise für Podcasts, Gesprächsrunden, Interviews mit mehreren Personen oder kleine Videoproduktionen.

Zur Verfügung stehen Mono, Stereo, Safety Track und ein Quadraphonic-Modus. Bei geeigneten Aufnahmegeräten können vier getrennte Audiospuren ausgegeben und anschließend unabhängig voneinander bearbeitet werden.

Alte Mic-Mini-Sender können weiterverwendet werden

Interessant ist die generationsübergreifende Kompatibilität. Der neue Empfänger funktioniert nicht ausschließlich mit Mic-Mini-2S-Sendern.

DJI bestätigt auch Unterstützung für Sender des ursprünglichen Mic Mini sowie des Mic Mini 2. Besitzer eines älteren Systems können ihre vorhandenen Transmitter dadurch in ein größeres Setup integrieren.

Das reduziert die Einstiegskosten für Anwender, die bereits DJI-Mini-Audiohardware besitzen.

Bis zu 400 Meter Funkreichweite

DJI gibt unter optimalen Bedingungen eine Funkreichweite von bis zu 400 Metern an. Die Audioübertragung erfolgt mit 48 kHz und 24 Bit.

Wie bei praktisch allen Herstellerangaben zur Funkreichweite handelt es sich dabei um einen Idealwert bei freier Sicht und geringer Funkbelastung. Gebäude, Menschen, WLAN-Netze und andere Störquellen können die tatsächliche Reichweite deutlich reduzieren.

Zweistufige KI-Geräuschunterdrückung

DJI stattet das Mic Mini 2S mit einer überarbeiteten Geräuschunterdrückung aus, die auf einer NPU-basierten KI-Verarbeitung arbeitet.

Zwei Intensitätsstufen stehen zur Auswahl. „Basic“ ist für typische Innenraumgeräusche wie Lüfter, Klimaanlagen und Raumhall ausgelegt. „Strong“ soll deutlich stärkere Außengeräusche reduzieren und die Stimme in schwierigen Umgebungen verständlicher halten.

Wie natürlich die Stimme bei stärkerer Filterung tatsächlich klingt, lässt sich allerdings erst in einem unabhängigen Praxistest beurteilen.

Clipping Control und Loudness Balance

Zusätzlich besitzt das Mic Mini 2S zwei automatische Funktionen zur Pegelkontrolle.

Clipping Control reduziert den Pegel automatisch, wenn plötzlich sehr hohe Lautstärken auftreten. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert.

Loudness Balance verfolgt einen anderen Ansatz und versucht, Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Sprechern beziehungsweise Passagen auszugleichen. Das kann beispielsweise bei Interviews und Livestreams hilfreich sein.

Drei unterschiedliche Stimmprofile

Über die DJI-Mimo-App stehen weiterhin drei Voice-Tone-Presets zur Verfügung.

  • Regular: möglichst ausgewogene und natürliche Wiedergabe
  • Bright: stärkere Betonung von Präsenz und Sprachverständlichkeit
  • Rich: wärmerer Klang mit stärkerem Tieftonanteil

Damit können Nutzer den Klang bereits während der Aufnahme stärker an Stimme, Umgebung und Einsatzzweck anpassen.

Dateien mit bis zu 34 MB/s übertragen

DJI hat außerdem den Workflow für interne Aufnahmen verbessert. Über das Ladecase lassen sich Dateien mit bis zu 34 MB/s vom Sender übertragen.

Nach Angaben des Herstellers kann eine 30 Minuten lange 24-Bit-Aufnahme dadurch in ungefähr acht Sekunden kopiert werden.

Gerade bei mehreren Sendern und langen Interviews kann die höhere Übertragungsgeschwindigkeit im Produktionsalltag Zeit sparen.

Nur zwölf Gramm pro Sender

Trotz des integrierten Speichers bleibt das Mic Mini 2S ausgesprochen kompakt.

Ein Sender misst 28,58 × 28,04 × 13,52 Millimeter und wiegt inklusive austauschbarer Frontabdeckung rund zwölf Gramm. Mit zusätzlichem Magneten steigt das Gewicht auf ungefähr 15 Gramm.

Der Clip auf der Rückseite lässt sich drehen und abnehmen. Dadurch kann das Mikrofon je nach Kleidung und Aufnahmesituation unterschiedlich positioniert werden.

Direkte Verbindung mit aktuellen Osmo-Kameras

Innerhalb des DJI-Ökosystems lässt sich das Mikrofon außerdem ohne zusätzlichen Empfänger verwenden.

Über OsmoAudio kann sich ein Mic-Mini-2S-Sender direkt mit kompatiblen DJI-Kameras verbinden. DJI nennt unter anderem Osmo Pocket 4, Pocket 4P, Osmo 360, Osmo Nano und Osmo Action 6.

Das Audiosignal wird dabei mit 48 kHz und 24 Bit übertragen.

Etwas weniger Akkulaufzeit als beim Mic Mini 2

Der interne Speicher und die zusätzliche Signalverarbeitung haben allerdings einen kleinen Nachteil.

DJI gibt für einen Sender ungefähr elf Stunden Betriebszeit und für den Empfänger rund zehn Stunden an. Zusammen mit dem Ladecase sind insgesamt bis zu 40 Stunden möglich.

Beim Mic Mini 2 waren es mit Ladecase noch bis zu 48 Stunden. Die zusätzliche Technik kostet damit einen Teil der Laufzeit.

Für die meisten Tagesproduktionen dürften elf Stunden pro Sender dennoch mehr als ausreichend sein.

Technische Daten des DJI Mic Mini 2S

  • Transmitter-Gewicht: ca. 12 g inklusive Frontabdeckung
  • Interner Speicher: ca. 14,5 GB pro Sender
  • Interne Aufnahme: 24 Bit oder 32-Bit-Float
  • Aufzeichnungsdauer: bis 28 Stunden bei 24 Bit
  • 32-Bit-Float-Aufzeichnung: bis ca. 22 Stunden
  • Audioübertragung: 48 kHz / 24 Bit
  • Maximale Senderzahl: bis zu 4 TX an 1 RX
  • Ausgabemodi: Mono, Stereo, Safety Track und Quadraphonic
  • Funkreichweite: bis zu 400 m unter optimalen Bedingungen
  • Geräuschunterdrückung: zweistufige AI Noise Canceling
  • Pegelkontrolle: Clipping Control und Loudness Balance
  • Stimmprofile: Regular, Bright und Rich
  • Dateiübertragung: bis zu 34 MB/s über das Ladecase
  • Sender-Laufzeit: ca. 11 Stunden
  • Empfänger-Laufzeit: ca. 10 Stunden
  • Gesamtlaufzeit mit Case: bis zu 40 Stunden
  • Ladezeit Sender/Empfänger: ca. 70 Minuten
  • Bluetooth: Bluetooth 6.0 bei Sender und Empfänger
  • OsmoAudio: unterstützt

Preis und Verfügbarkeit

Das DJI Mic Mini 2S ist seit dem 4. August 2026 erhältlich.

Das umfangreichste europäische Set mit zwei Sendern, einem Empfänger und Ladecase kostet 189 Euro.

Das Set mit einem Sender und einem klassischen Empfänger kostet 99 Euro. Ebenfalls für 99 Euro bietet DJI eine Variante mit einem Sender, Mobile Receiver und Ladecase an.

Weitere Sender und magnetische Frontabdeckungen werden separat angeboten.

Mic Mini 2S oder DJI Mic 3?

Mit dem Mic Mini 2S wird der Abstand zum professioneller positionierten Mic 3 deutlich kleiner. Beide Produktfamilien bieten inzwischen interne Aufzeichnung, 32-Bit-Float und Mehrsenderbetrieb.

Das Mic 3 bleibt allerdings technisch umfangreicher. Dort stehen pro Sender rund 27,9 GB Speicher zur Verfügung. Zusätzlich bietet das System Dual-File-Aufzeichnung, Timecode und komplexere Mehrkamera-Konfigurationen.

Für klassische YouTube-Videos, Social Media, Interviews, Reisevideos und kleinere Produktionen dürfte das Mic Mini 2S deshalb für viele Anwender das attraktivere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Wer dagegen mehrere Kameras synchronisieren oder komplexere professionelle Produktionsabläufe realisieren möchte, findet im Mic 3 weiterhin zusätzliche Funktionen.

Einordnung: Das spannendere Upgrade gegenüber dem Mic Mini 2

Der Sprung vom Mic Mini 2 zum Mic Mini 2S fällt funktional größer aus, als die Modellbezeichnung vermuten lässt.

Vor allem die lokale Sicherheitsaufnahme verändert den praktischen Nutzen erheblich. Bislang bedeutete ein Funkproblem im ungünstigsten Fall auch einen verlorenen Ton. Beim 2S bleibt zusätzlich eine Aufnahme auf dem Sender erhalten.

32-Bit-Float, bis zu vier Sender und die generationsübergreifende Kompatibilität machen das System gleichzeitig deutlich flexibler.

Ob die neue KI-Geräuschunterdrückung und die automatische Pegelkontrolle überzeugen, bleibt dagegen eine Frage für einen ausführlichen Praxistest.