Microsofts nächster Premium-Controller für Xbox ist offenbar erneut vorzeitig aufgetaucht – diesmal allerdings nicht nur auf Bildern einer Zulassungsbehörde. Ein Nutzer hat nach eigenen Angaben einen echten Prototyp des mutmaßlichen Xbox Elite Series 3 gekauft und zahlreiche Fotos veröffentlicht.

Die Bilder bestätigen mehrere Funktionen, die bereits bei einem früheren Leak zu sehen waren. Gleichzeitig taucht ein bislang unbekanntes Detail auf: Der neue Elite Controller besitzt offenbar ein kleines integriertes Display auf der Vorderseite.

Microsoft selbst hat den Xbox Elite Series 3 bislang nicht offiziell angekündigt. Entsprechend sollten sämtliche Details weiterhin als Leak betrachtet werden.

Prototyp soll für 200 Dollar gekauft worden sein

Der ungewöhnliche Fund stammt von einem Nutzer, der angibt, den Controller über die Verkaufsplattform OfferUp für 200 US-Dollar gekauft zu haben.

Auf mehreren Teilen des Geräts befindet sich deutlich sichtbar die Kennzeichnung „NOT FOR SALE“.

Auch verschiedene Zulassungsnummern und weitere Angaben wirken wie Platzhalter, was zusätzlich dafür spricht, dass es sich um ein Entwicklungsgerät beziehungsweise einen frühen Vorserien-Prototyp handelt.

Kleines Display erstmals zu sehen

Die größte Überraschung befindet sich auf der Vorderseite.

Dort ist ein kleines Display integriert, das auf den früher veröffentlichten Zulassungsbildern noch nicht eindeutig erkennbar war.

Auf dem Bildschirm erscheinen in den veröffentlichten Aufnahmen verschiedene Symbole und Informationen.

Unter anderem ist ein Symbol zu erkennen, das offenbar mit Xbox Cloud Gaming beziehungsweise einer direkten Cloud-Verbindung zusammenhängen könnte.

Welche Informationen Microsoft auf dem Display tatsächlich anzeigen möchte, ist bislang allerdings nicht bestätigt.

Controller könnte direkt mit Xbox Cloud Gaming kommunizieren

Bereits frühere Leaks deuteten darauf hin, dass Microsoft bei seinen kommenden Controllern stärker auf Cloud Gaming setzen möchte.

Der Elite Series 3 besitzt offenbar einen überarbeiteten Pairing- beziehungsweise Verbindungsknopf.

Dieser könnte zwischen einer klassischen lokalen Verbindung zu einer Xbox oder einem PC und einer direkten Cloud-Verbindung wechseln.

Eine direkte Verbindung des Controllers mit Cloud-Servern könnte theoretisch helfen, Eingabeverzögerungen beim Streaming zu reduzieren.

Microsoft hat diese konkrete Funktionsweise bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Zwei ungewöhnliche Scrollräder an der Unterseite

Ein weiteres auffälliges Merkmal sind zwei zusätzliche Bedienelemente an der unteren Kante des Controllers.

Die beiden kleinen Räder erinnern an Scrollräder und waren bereits bei einem früheren Leak aus einer brasilianischen Zulassungsdatenbank zu erkennen.

Wie Microsoft sie einsetzen möchte, bleibt bislang offen.

Denkbar wären beispielsweise schnelle Menü-Navigation, Lautstärkeregelung oder zusätzliche frei belegbare Eingaben.

Solange Microsoft den Controller nicht offiziell vorstellt, bleiben solche Einsatzmöglichkeiten jedoch Spekulation.

Vier Paddles bleiben erhalten

Bei den klassischen Elite-Funktionen bleibt Microsoft seinem bisherigen Konzept offenbar treu.

Auf der Rückseite befinden sich erneut vier abnehmbare beziehungsweise zusätzliche Paddles.

Sie ermöglichen zusätzliche Eingaben, ohne dass Spieler die Daumen von den Analogsticks nehmen müssen.

Auch die bekannten Hair-Trigger-Locks scheinen weiterhin vorhanden zu sein.

Austauschbare Batterie statt fest verbautem Akku

Eine besonders interessante Änderung betrifft die Stromversorgung.

Während der aktuelle Xbox Elite Wireless Controller Series 2 einen fest integrierten Akku verwendet, besitzt der geleakte Controller offenbar eine herausnehmbare Batterie.

Auf den Bildern ist ein Akkupack mit einer Kapazität von 1.528 mAh zu erkennen.

Damit könnte Microsoft einen der Kritikpunkte des bisherigen Elite Controllers angehen: Ein verschlissener Akku ließe sich deutlich einfacher ersetzen.

Microsoft scheint Reparaturen einfacher machen zu wollen

Auch im Inneren gibt es Hinweise auf eine reparaturfreundlichere Konstruktion.

Im Batteriefach ist unter anderem ein QR-Code zu sehen, außerdem verwendet Microsoft offenbar zugängliche Torx-T6-Schrauben.

Das könnte bedeuten, dass sich der Controller leichter öffnen und warten lässt als frühere Modelle.

Ob Microsoft tatsächlich Ersatzteile oder ein offizielles Reparaturprogramm anbieten wird, ist bislang nicht bekannt.

Der Prototyp funktioniert offenbar noch nicht richtig

Das aufgetauchte Gerät ist offenbar kein vollständig funktionsfähiges Serienmodell.

Nach Angaben des Besitzers lässt sich der Controller weder normal drahtlos mit einer Xbox verbinden noch regulär über Kabel verwenden.

Beim Anschluss soll lediglich eine rote Statusleuchte blinken.

Das ist bei einem frühen Entwicklungsgerät allerdings nicht ungewöhnlich und lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität des späteren Serienprodukts zu.

Elite Series 3 war bereits im Mai aufgetaucht

Dass Microsoft an einem neuen Elite Controller arbeitet, ist bereits seit einigen Monaten bekannt.

Im Mai waren bei der brasilianischen Telekommunikationsbehörde Anatel Bilder zweier bislang unveröffentlichter Xbox-Controller aufgetaucht.

Eines der Geräte wurde schnell als möglicher Nachfolger des Xbox Elite Wireless Controller Series 2 eingeordnet.

Schon damals waren unter anderem die zusätzlichen Scrollräder, eine wechselbare Batterie und neue Verbindungselemente zu erkennen.

Der aktuelle Fund scheint nun einen deutlich weiter entwickelten beziehungsweise vollständigeren Prototyp dieses Controllers zu zeigen.

Elite Series 2 ist inzwischen fast sieben Jahre alt

Ein Nachfolger wäre mittlerweile durchaus überfällig.

Microsoft stellte den Xbox Elite Wireless Controller Series 2 bereits 2019 vor.

Seitdem erschienen zwar verschiedene Farbvarianten und eine günstigere Core-Version, technisch blieb die Basis jedoch weitgehend unverändert.

Die mögliche dritte Generation könnte deshalb eines der größten Updates der Elite-Reihe seit Jahren darstellen.

Release offenbar noch 2026 geplant

Laut Informationen von The Verge arbeitet Microsoft weiterhin an einer Veröffentlichung des neuen Controllers im Laufe des Jahres 2026.

Einen offiziellen Namen, Preis oder konkreten Veröffentlichungstermin gibt es allerdings noch nicht.

Auch ist bislang nicht bestätigt, ob sämtliche Funktionen des aufgetauchten Prototyps tatsächlich im finalen Serienmodell enthalten sein werden.

Gerade bei Entwicklungsgeräten können Funktionen bis zur offiziellen Veröffentlichung verändert oder vollständig entfernt werden.

Display könnte das interessanteste Upgrade werden

Während zusätzliche Tasten und eine austauschbare Batterie sinnvolle Weiterentwicklungen darstellen, könnte insbesondere das kleine Display den neuen Elite Controller deutlich von bisherigen Xbox-Modellen unterscheiden.

Die entscheidende Frage wird sein, welchen praktischen Nutzen Microsoft dafür vorsieht.

Profile, Akkustand, Cloud-Verbindungsstatus oder frei konfigurierbare Informationen wären mögliche Anwendungen.

Bis zu einer offiziellen Vorstellung bleibt allerdings offen, welche davon tatsächlich umgesetzt werden.

Fazit

Der neue Fund liefert den bislang detailliertesten Blick auf Microsofts nächsten Premium-Controller. Vor allem das kleine Display, die zusätzlichen Scrollräder, die austauschbare Batterie und Hinweise auf eine bessere Reparierbarkeit machen den mutmaßlichen Elite Series 3 deutlich interessanter als ein einfaches Hardware-Refresh. Gleichzeitig handelt es sich weiterhin um einen nicht offiziell bestätigten Prototyp. Funktionen können sich daher bis zum Verkaufsstart noch verändern.

Sollte Microsoft die gezeigte Ausstattung tatsächlich in das Serienmodell übernehmen, könnte der Elite Series 3 das bislang größte Upgrade der Controller-Reihe werden.