Cricut bringt mit dem Maker 5 eine neue Generation seiner großen Schneidemaschine nach Deutschland. Der Schwerpunkt liegt nicht auf einem komplett anderen Konzept, sondern auf zwei praxisnahen Punkten: Das Gehäuse soll deutlich weniger Platz beanspruchen und erstmals lassen sich geeignete Materialien bis 3 Millimeter Stärke schneiden oder gravieren.
Der Cricut Maker 5 erscheint am 4. September 2026 und kostet in Deutschland 399,99 Euro. Damit richtet sich das Modell weiter an Bastlerinnen und Bastler, die mehr als Etiketten, Karten und einfache Aufkleber umsetzen möchten. Vinyl, Iron-On und Karton gehören weiterhin zum Alltag der Maschine – interessanter wird es dort, wo dickere oder ungewöhnlichere Materialien ins Spiel kommen.
Mehr Spielraum bei dickeren Materialien
Der entscheidende technische Schritt ist die Freigabe für kompatible Materialien bis 3 Millimeter Stärke. Cricut nennt unter anderem Leder und Schaumstoffplatten zum Schneiden sowie Acryl und Metall zum Gravieren. Damit rücken Projekte wie gravierte Anhänger, kleine Acryl-Deko, Schilder oder stabilere Modelle näher an die Maschine heran – vorausgesetzt, Material und Werkzeug sind jeweils dafür freigegeben.
Wichtig ist genau dieser Zusatz: Die Spezialwerkzeuge gehören nicht automatisch zu jeder Variante. Die Basisversion wird mit Premium-Feinschnittwerkzeug, Falzwerkzeug, Stift und LightGrip-Matte ausgeliefert. Wer Messer für dickere Materialien, Gravurwerkzeug oder weitere Spezialaufsätze braucht, sollte vor dem Kauf genau auf das gewählte Bundle schauen. Das verhindert den klassischen Fehlkauf, bei dem die Maschine zwar das Wunschprojekt könnte, das notwendige Werkzeug aber fehlt.
Bekannte Vielseitigkeit, vereinfachte Bedienung
Der Maker 5 arbeitet laut Cricut mit mehr als 300 Materialien und ist mit 13 Werkzeugen kompatibel. Neben Schneiden gehören Schreiben, Zeichnen, Falzen, Prägen, Folienakzente und Gravieren zum möglichen Funktionsumfang. Für den Alltag sollen ein neuer Stiftehalter zum Einrasten, vereinfachte Abläufe beim Einlegen und Anpassungen in der Design-Space-App sorgen.
Die maximale Arbeitsbreite bleibt bei 30,5 Zentimetern. Mit einer großen Matte sind Projekte bis 29,2 x 60,3 Zentimeter möglich, mit Smart Materials ohne Matte sogar fortlaufende Schnitte bis 3,6 Meter. Das ist vor allem für längere Schriftzüge, Wanddeko oder mehrere gleiche Motive in einem Durchgang praktisch.
30 Prozent kompakter – aber kein Selbstläufer für Maker-4-Besitzer
Cricut spricht von einem um 30 Prozent kompakteren Design. Gerade auf einem Schreibtisch, Bastelwagen oder in einer kleinen Wohnung ist das ein echter Punkt. Wer jedoch bereits einen Maker 4 besitzt und hauptsächlich Karten, Sticker, Vinyl oder Textilfolien schneidet, bekommt mit dem Maker 5 keinen zwingenden Grund zum Wechseln. Die Grundidee und die üblichen Projekte bleiben vertraut.
Spannender ist das Upgrade für alle, die bisher an der Materialstärke gescheitert sind, häufiger gravieren möchten oder schlicht eine vielseitige Maschine mit kleinerem Platzbedarf suchen. Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist der Maker 5 zugleich komfortabel, aber mit knapp 400 Euro auch klar ein Gerät für langfristige Bastelpläne – nicht nur für ein paar gelegentliche Etiketten.
Design Space und Abo: Das sollte man wissen
Zum Betrieb benötigt der Maker 5 ein kompatibles Smartphone, Tablet oder einen Computer mit Bluetooth und schneller Internetverbindung. Die Design-Space-App ist kostenlos, ein Abo ist für die Nutzung der Maschine nicht Pflicht. Cricut Access erweitert allerdings die Bibliothek mit zusätzlichen Bildern, Schriftarten, Projekten und Vorlagen. Wer eigene Dateien hochlädt und bewusst mit kostenlosen Inhalten arbeitet, kann also auch ohne laufende Kosten starten.
Der Maker 5 ist ab 4. September in Schieferblau erhältlich. Neben der Einzelmaschine für 399,99 Euro plant Cricut ein Essential-Bundle für 449,99 Euro sowie ein Ultimate-Plus-Bundle für 649,99 Euro. Ob ein Bundle sinnvoll ist, hängt weniger vom ausgewiesenen Paketwert ab als von den tatsächlich geplanten Projekten: Für T-Shirts ist eine kleine Heizpresse nützlich, für Holz, Leder oder Gravuren sind die passenden Spezialwerkzeuge wichtiger.
Der Cricut Maker 5 wirkt wie ein sinnvolles Update statt einer reinen Modellnummer. Die Möglichkeit, geeignete Materialien bis 3 Millimeter zu schneiden und zu gravieren, erweitert die interessanten Projekte tatsächlich. Dazu kommt das kompaktere Gehäuse. Wer von einer älteren Maschine kommt oder gezielt mit Acryl, Leder, Schildern und stabilerer Deko arbeiten will, sollte ihn genauer ansehen. Für reine Sticker- und Kartenprojekte bleibt ein günstigeres Cricut-Modell allerdings die vernünftigere Wahl.