Bildschirmfreie Audioplayer für Kinder sind längst mehr als eine kleine Nische. Mit dem Yoto Player 4th Gen und dem kompakteren Yoto Mini 4th Gen legt Yoto seine beiden wichtigsten Geräte nun vollständig neu auf. Statt nur das Gehäuse zu überarbeiten, hat der Hersteller praktisch die gesamte interne Plattform ausgetauscht.

Beide Modelle erhalten 64 GB Speicher, schnelleres WLAN und Bluetooth sowie einen neuen programmierbaren Green Button, über den Kinder ihre Lieblingsgeschichten, Musik oder Podcasts starten können, ohne zunächst eine physische Yoto Card suchen zu müssen. Der größere Player bekommt zusätzlich ein neues Nachtlicht über eine komplette Gehäuseseite, während der Yoto Mini deutlich robuster und nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt wird.

Die neue Generation kann bereits vorbestellt werden. Der Yoto Mini 4th Gen kostet in Europa 99,99 Euro, der Yoto Player 4th Gen 129,99 Euro.

Yoto bleibt beim Konzept ohne Bildschirm

Yoto verfolgt weiterhin einen deutlich anderen Ansatz als Tablets oder klassische Streaminglautsprecher. Kinder wählen ihre Inhalte hauptsächlich über physische Karten aus, die oben in den Player gesteckt werden. Anschließend startet die dazugehörige Geschichte, Musik oder Aktivität.

Der kleine Pixelbildschirm dient lediglich zur Darstellung von Titelbildern, Symbolen, Kapiteln und Uhrzeit. Videos, Apps oder klassische Touchscreen-Oberflächen gibt es bewusst nicht.

Damit konkurriert Yoto konzeptionell vor allem mit der Toniebox, verfolgt jedoch einen etwas stärker auf Audioinhalte und wiederverwendbare Karten ausgerichteten Ansatz.

Der neue Green Button ersetzt nicht die Karten

Die auffälligste Neuerung ist der sogenannte Green Button. Eltern können über die Yoto-App zwei persönliche Favoritenlisten zusammenstellen – eine für den Tag und eine für den Abend.

Pro Liste lassen sich bis zu 20 Inhalte speichern. Kinder drehen anschließend am grünen Regler, wählen einen Titel anhand des Pixelbildschirms aus und starten ihn mit einem Druck.

Damit funktionieren häufig gehörte Geschichten oder Schlafgeräusche auch dann, wenn die entsprechende physische Karte gerade nicht zur Hand ist.

Yoto betont allerdings, dass die Karten weiterhin ein zentraler Bestandteil der Plattform bleiben. Der Green Button ergänzt das bisherige Bedienkonzept lediglich.

64 GB speichern mehr als 1.000 Stunden Audio

Beide Geräte besitzen jetzt 64 GB internen Speicher. Laut Hersteller können dadurch mehr als 1.000 Stunden Audio offline gespeichert werden.

Ein Inhalt muss zunächst über WLAN heruntergeladen werden. Anschließend lässt er sich jedoch auch ohne Internetverbindung wiedergeben. Gerade beim Yoto Mini ist das für Reisen interessant, da längere Zug- oder Autofahrten nicht von einer stabilen Verbindung abhängig sind.

Internetradio und bestimmte Podcasts benötigen naturgemäß weiterhin eine aktive Verbindung.

Neue Hardware soll schneller reagieren

Yoto spricht von der bislang größten technischen Überarbeitung seiner Player. Der neue interne Aufbau soll Inhalte schneller herunterladen und Eingaben unmittelbarer verarbeiten.

Hinzu kommen modernes Dual-Band-Wi-Fi 6 sowie Bluetooth LE 6.1.

Bluetooth-Kopfhörer lassen sich dadurch ebenso nutzen wie klassische kabelgebundene Kopfhörer über den weiterhin vorhandenen 3,5-mm-Anschluss.

Der große Player wird zum Nachtlicht

Beim Yoto Player 4th Gen wurde das Nachtlicht deutlich aufgewertet. Statt eines kleineren Leuchtrings verwendet die neue Generation eine großflächige LED-Beleuchtung über eine komplette Gehäuseseite.

Eltern können verschiedene Farben und Helligkeitsstufen einstellen. Das Licht lässt sich außerdem in Morgen- und Abendroutinen integrieren.

Der Player kann beispielsweise mit einem bestimmten Licht signalisieren, wann Kinder aufstehen dürfen. Zusammen mit Einschlafsounds und Geschichten soll das Gerät dadurch stärker als Bestandteil der Abendroutine funktionieren.

Fünf Watt Stereo-Audio

Der große Yoto Player besitzt ein neu abgestimmtes Stereo-Lautsprechersystem mit fünf Watt Ausgangsleistung.

Der Hersteller verspricht einen volleren Klang als bei der vorherigen Generation. Gerade Musik und längere Hörspiele sollen davon profitieren.

Wie groß der hörbare Unterschied tatsächlich ausfällt, lässt sich allerdings erst in einem direkten Vergleich mit dem Vorgänger beurteilen.

Bis zu 14 Stunden Akkulaufzeit

Für den Yoto Player 4th Gen nennt der Hersteller eine Akkulaufzeit von bis zu 14 Stunden.

Geladen wird nun über USB-C. Zusätzlich bleibt der größere Player mit den induktiven Yoto-Ladedocks kompatibel. Sowohl das bisherige Dock der dritten Generation als auch die neue Variante können verwendet werden.

Die drahtlose Ladung arbeitet mit dem Qi Baseline Power Profile bei fünf Watt.

Yoto Mini wird IP67-zertifiziert

Beim Yoto Mini steht Robustheit im Mittelpunkt. Das neue Modell besitzt eine IP67-Zertifizierung und ist damit gegen Staub sowie zeitweiliges Untertauchen geschützt.

Nach Herstellerangaben kann das Gerät bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von maximal einem Meter überstehen. Yoto weist allerdings darauf hin, dass der Player nach Kontakt mit Wasser vollständig trocknen muss, bevor er wieder verwendet oder geladen wird.

Damit eignet sich der Mini deutlich besser für Reisen, Garten, Urlaub oder den klassischen Familienalltag.

30.000 Falltests beim Mini

Auch das Gehäuse wurde offenbar deutlich robuster ausgelegt. Yoto gibt an, den Mini während der Entwicklung insgesamt 30.000 Mal aus unterschiedlichen Höhen fallen gelassen zu haben.

Das ist selbstverständlich eine Herstellerangabe und kein unabhängiges Haltbarkeitsversprechen. Gerade bei einem Gerät für Kinder wäre die Robustheit aber ein sehr interessanter Bestandteil eines Praxistests.

Mini bietet bis zu zwölf Stunden Akku

Der kleinere Yoto Mini 4th Gen erreicht laut Hersteller bis zu zwölf Stunden Wiedergabe.

Auch hier erfolgt das Laden über USB-C. Anders als der große Player unterstützt der Mini jedoch kein kabelloses Laden.

Mit ebenfalls 64 GB internem Speicher können dafür genauso mehr als 1.000 Stunden Audio lokal gespeichert werden.

Fast alle bisherigen Yoto Cards bleiben kompatibel

Bestehende Nutzer müssen ihre Kartensammlung nicht ersetzen. Fast alle bisherigen Yoto Cards funktionieren auch auf den neuen Playern.

Eine Einschränkung gibt es derzeit bei einzelnen interaktiven Kartenfunktionen. Yoto erklärt, dass die vierte Generation auf einer neuen technischen Plattform basiert und noch nicht jede Funktion vollständig umgesetzt wurde.

Die fehlenden Funktionen sollen über Softwareupdates nachgereicht werden.

99,99 und 129,99 Euro

Der Yoto Mini 4th Gen kostet in Europa 99,99 Euro. Vorbestellungen sind bereits möglich, die Auslieferung soll voraussichtlich am 30. September beginnen.

Der größere Yoto Player 4th Gen kostet 129,99 Euro. Hier nennt Yoto den 15. Oktober 2026 als voraussichtlichen Beginn der Auslieferung.

Beide Geräte werden über den europäischen Yoto-Shop verkauft, der EU-Lieferungen anbietet.

Unsere Einschätzung

Yoto versucht mit der vierten Generation nicht, aus einem Kinder-Audioplayer plötzlich ein Tablet zu machen. Genau das dürfte die wichtigste Stärke des Konzepts bleiben.

Stattdessen verbessert der Hersteller Punkte, die im Familienalltag tatsächlich relevant sind: mehr Offline-Speicher, robustere Hardware, USB-C, schnelleres WLAN und der neue Green Button.

Gerade der Mini wirkt durch IP67, 64 GB Speicher und bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit wie ein interessantes Reisegerät für Familien. Beim großen Player liegt der Fokus stärker auf Hörspielen, Musik und Schlafroutinen.

Spannend wäre insbesondere ein Vergleich mit der Toniebox. Beide Konzepte verfolgen dasselbe grundsätzliche Ziel – Audio ohne klassischen Bildschirm – unterscheiden sich aber erheblich bei Bedienung, Inhalten und Folgekosten.