Anker verschiebt die Grenzen zwischen klassischem Balkonkraftwerk-Speicher und stationärem Heimspeicher deutlich. Die neue Anker SOLIX Solarbank Max startet bereits mit 7 kWh Speicherkapazität, lässt sich auf bis zu 42 kWh erweitern und kann über drei getrennte MPPT-Eingänge Solarmodule mit insgesamt bis zu 10 kWp aufnehmen.
Damit richtet sich das System nicht mehr nur an Haushalte mit einigen wenigen Balkonsolarmodulen. Wärmepumpe, Elektroauto und größere Dachflächen rücken ausdrücklich in den Fokus. Gleichzeitig möchte Anker einen Teil des einfachen Plug-in-Konzepts seiner bisherigen Solarbank-Serie erhalten.
Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt in Deutschland 2.499 Euro. Bis zum 21. Oktober 2026 läuft eine Frühbucheraktion, bei der Anker 400 Euro Rabatt und zusätzlich einen dreiphasigen Smart Meter Gen 2 verspricht.
Von 7 auf bis zu 42 kWh erweiterbar
Bereits das Grundgerät verfügt über eine Speicherkapazität von 7 kWh. Wem das nicht genügt, der kann bis zu fünf zusätzliche Batteriemodule ergänzen.
Im Maximalausbau stehen damit 42 kWh Speicherkapazität zur Verfügung. Das ist eine Größenordnung, die mit einem klassischen Balkonkraftwerk kaum noch vergleichbar ist und bereits deutlich in Richtung eines vollwertigen Heimspeichers geht.
Die Solarbank Max verwendet LFP-Batteriezellen mit 314 Ah. Anker gibt bis zu 10.000 Ladezyklen, bis zu 15 Jahre Nutzungsdauer und eine Herstellergarantie von zehn Jahren an.
Bis zu 10 kWp über drei MPPTs
Der wesentliche Unterschied zur bereits bekannten Solarbank Max AC liegt auf der Solarseite. Während das AC-Modell zum Nachrüsten vorhandener PV-Anlagen gedacht ist, werden die Solarmodule bei der neuen Solarbank Max direkt angeschlossen.
Dafür stehen drei unabhängige MPPTs zur Verfügung. Insgesamt können laut Anker bis zu 20 Solarmodule mit einer kumulierten Leistung von maximal 10 kWp eingebunden werden.
Die getrennten Tracker sind insbesondere bei unterschiedlich ausgerichteten Modulflächen interessant. Beispielsweise können Module auf Ost-, Süd- und Westseite unabhängig voneinander geregelt werden.
Bis zu 4.600 Watt ins Hausnetz
Auch auf der Ausgangsseite bewegt sich die Solarbank Max weit oberhalb klassischer Steckersolarsysteme.
Bei einer fachgerechten Installation über einen Wieland-Anschluss nennt Anker eine AC-Leistung von bis zu 3.500 Watt. Bei einer festen Installation sind maximal 4.600 Watt vorgesehen.
Damit kann das System deutlich größere Verbraucher unterstützen als typische Balkonkraftwerk-Speicher. Anker nennt unter anderem Wärmepumpen und das Laden von Elektrofahrzeugen als mögliche Einsatzbereiche.
Wichtig: Die hohen Leistungswerte sollten nicht mit einem gewöhnlichen 800-Watt-Balkonkraftwerk gleichgesetzt werden. Welche Anschlussart und elektrischen Arbeiten notwendig sind, hängt von der konkreten Installation ab. Bei den leistungsstärkeren Varianten ist eine fachgerechte Installation ausdrücklich vorgesehen.
3.680 Watt Notstrom und unterbrechungsfreie Umschaltung
Zusätzlich besitzt die Solarbank Max einen netzunabhängigen AC-Ausgang mit bis zu 3.680 Watt.
Die integrierte USV-Funktion soll bei einem Stromausfall innerhalb von 0 Millisekunden umschalten. Damit könnten entsprechend angeschlossene Verbraucher wie Router, Computer oder Kühlschrank ohne merkbare Unterbrechung weiterlaufen.
Mit dem optionalen Anker SOLIX Backup Auto Switch lässt sich das Konzept laut Hersteller zu einer umfangreicheren Notstromversorgung ausbauen. Die Verfügbarkeit dieses Zubehörs kann allerdings je nach Markt unterschiedlich ausfallen.
PowerOS soll Wetter, Verbrauch und Stromtarife berücksichtigen
Anker integriert die Solarbank Max in sein neues PowerOS. Das Energiemanagement soll Lade- und Entladevorgänge automatisch an Stromverbrauch, Wetterprognosen und Strompreise anpassen.
Interessant für Nutzer dynamischer Stromtarife ist die Einbindung von Tarifinformationen zahlreicher Energieanbieter. Dadurch kann der Speicher beispielsweise zu besonders günstigen Zeiten aus dem Netz geladen und später bei höheren Preisen genutzt werden.
Über den KI-Assistenten Anka sollen außerdem Energieverbrauch und Einsparungsmöglichkeiten analysiert werden können.
Home Assistant wird offiziell unterstützt
Für Smart-Home-Nutzer ist vor allem die angekündigte Integration in Home Assistant interessant.
Dadurch soll sich die Solarbank Max beispielsweise mit intelligenten Steckdosen, Verbrauchern und eigenen Automatisierungen kombinieren lassen. Anker betont zudem, dass die erfassten Haushaltsdaten lokal verarbeitet werden sollen.
Gerade dieser Punkt bietet interessantes Testpotenzial, denn eine tatsächlich umfangreiche lokale Home-Assistant-Anbindung wäre gegenüber vielen proprietären Energiesystemen ein klarer Vorteil.
IP66 und Betrieb bis minus 20 Grad
Die Solarbank Max ist nach IP66 gegen Staub und Wasser geschützt.
Als Betriebstemperatur nennt Anker einen Bereich von minus 20 bis plus 55 Grad Celsius. Damit ist grundsätzlich auch eine Aufstellung außerhalb beheizter Innenräume vorgesehen, sofern die übrigen Installationsvorgaben eingehalten werden.
2.499 Euro – Frühbucher zahlen 2.099 Euro
Die offizielle deutsche UVP der Anker SOLIX Solarbank Max beträgt 2.499 Euro.
Bis zum 21. Oktober 2026 läuft eine Frühbucheraktion. Dabei reduziert Anker den Preis um 400 Euro auf rechnerisch 2.099 Euro und legt zusätzlich einen dreiphasigen Anker SOLIX Smart Meter Gen 2 bei.
Ein verbindlicher Termin für den regulären Verkaufsstart wird in der offiziellen deutschen Pressemitteilung derzeit nicht genannt. Deshalb übernehmen wir keinen der in einzelnen Händler- und Drittquellen genannten Oktober-Termine als gesicherte Herstellerangabe.
Solarbank Max oder Solarbank Max AC?
Die Namensgebung kann leicht zu Verwechslungen führen. Die bereits im April vorgestellte Solarbank Max AC dient vor allem dazu, einen großen Batteriespeicher an eine vorhandene PV-Anlage anzubinden.
Die jetzt vorgestellte Solarbank Max ohne AC-Zusatz besitzt dagegen eigene PV-Eingänge und integriert Solarmodule direkt über drei MPPTs.
Wer bereits eine funktionierende Dach-PV-Anlage mit Wechselrichter besitzt und lediglich Speicher nachrüsten möchte, dürfte deshalb eher beim AC-Modell landen. Wer ein neues System mit direkter Solaranbindung plant, bekommt mit der Solarbank Max das deutlich umfassendere Konzept.
Unsere Einschätzung
Die Solarbank Max zeigt ziemlich deutlich, wie stark sich der Markt für Plug-in-Speicher verändert. 7 kWh Basiskapazität, 10 kWp PV-Eingang und bis zu 4.600 Watt Ausgangsleistung haben nur noch wenig mit den kleinen Speicherboxen früher Balkonkraftwerke gemeinsam.
Besonders interessant erscheint das System für Haushalte, die mit einer kleinen Lösung beginnen und den Speicher später ausbauen möchten. Bis zu 42 kWh lassen dafür ungewöhnlich viel Spielraum.
Gleichzeitig steigt mit der Leistung auch die Komplexität. Die Frage, wie viel vom beworbenen Plug-in-Komfort bei einer Installation mit 3.500 oder 4.600 Watt tatsächlich übrig bleibt, ist deshalb für einen unabhängigen Test mindestens so interessant wie die reine Speicherkapazität.
Auch PowerOS und die angekündigte Home-Assistant-Integration verdienen einen genaueren Blick. Für einen ausführlichen Praxistest würden wir insbesondere Wirkungsgrad, Standby-Verbrauch, Lade- und Entladeleistung, Geräuschentwicklung, Reaktionsgeschwindigkeit des Smart Meters, dynamische Stromtarife und das Verhalten bei einem Stromausfall untersuchen.