Arlo erweitert sein Portfolio an Überwachungskameras um ein Modell, bei dem das Solarpanel nicht länger als separates Zubehör montiert werden muss. Die neue Arlo Essential Solar Security Camera kombiniert Kamera, Akku und Solarzelle in einem Gehäuse und soll dadurch möglichst lange ohne manuelles Nachladen auskommen.
Besonders interessant ist dabei die Kombination aus einem ungewöhnlich großen Akku und dem integrierten Solarpanel. Nach Angaben von Arlo sollen bereits rund zwei Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag genügen, um den Energiebedarf im typischen Betrieb auszugleichen.
In den USA kann die neue Solar-Kamera bereits für 99,99 US-Dollar vorbestellt werden. Eine offizielle Einführung für Deutschland samt Europreis wurde bislang allerdings noch nicht bestätigt.
Solarpanel direkt in die Kamera integriert
Solarbetriebene Überwachungskameras sind grundsätzlich nichts Neues. Auch Arlo bietet für verschiedene seiner bisherigen Kameras separate Solarladegeräte an.
Bei der Essential Solar Security Camera gehört die Solarzelle dagegen direkt zum Kameragehäuse. Dadurch entfällt ein zusätzliches Panel samt separater Montage und Kabelverbindung.
Das dürfte vor allem bei Installationen an Fassaden, Garagen, Gartenhäusern oder anderen Bereichen interessant sein, an denen keine permanente Stromversorgung vorhanden ist.
Entscheidend wird allerdings die Positionierung. Damit das Konzept funktioniert, muss das integrierte Panel ausreichend Sonnenlicht erreichen. Eine Montage unter einem tiefen Dachüberstand dürfte beispielsweise weniger geeignet sein als eine freie Position an einer sonnigen Fassade.
14.790-mAh-Akku als Energiereserve
Arlo verlässt sich nicht ausschließlich auf die tägliche Solarenergie. Im Inneren befindet sich ein 14.790 mAh großer Akku.
Der Hersteller bewirbt diesen als bis zu 2,3-mal größer als den Akku eines von Arlo herangezogenen Wettbewerbsprodukts. Solche Vergleichsangaben sollte man allerdings als Herstellerangabe betrachten.
Wesentlich interessanter ist Arlos Aussage zur praktischen Laufzeit: Bei vollständig geladenem Akku soll die Kamera unter bestimmten Bedingungen bis zu sechs Monate ohne Sonneneinstrahlung arbeiten können.
Wie lange die Kamera tatsächlich durchhält, hängt naturgemäß stark von der Nutzung ab. Häufige Bewegungserkennungen, zahlreiche Aufzeichnungen, Live-Ansichten, Spotlight-Nutzung, WLAN-Signalstärke und niedrige Temperaturen können den Energieverbrauch beeinflussen.
Genau deshalb wäre ein Langzeittest während eines deutschen Herbstes und Winters besonders spannend.
Zwei Stunden Sonne sollen ausreichen
Bei geeigneter Platzierung sollen laut Arlo bereits etwa zwei Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tagausreichen, um den Akku im regulären Betrieb geladen zu halten.
Damit verfolgt Arlo einen anderen Ansatz als bei Kameras, bei denen ein separates Solarpanel möglichst optimal zur Sonne ausgerichtet werden kann.
Das integrierte Design ist wesentlich kompakter und einfacher zu montieren, bietet dafür aber weniger Freiheit bei der Ausrichtung der Solarfläche.
Wie groß dieser Unterschied in der Praxis ausfällt, wäre einer der wichtigsten Punkte für einen ausführlichen Test.
2K-Auflösung und 24 Bilder pro Sekunde
Bei der Bildqualität setzt Arlo auf 2K-Video mit 2560 × 1440 Pixeln. Die Kamera zeichnet mit bis zu 24 Bildern pro Sekunde auf.
Das Sichtfeld beträgt 130 Grad.
Damit bewegt sich die Essential Solar Security Camera technisch in einem Bereich, der für die Überwachung von Hauseingängen, Terrassen, Einfahrten oder Gärten ausreichend sein sollte, ohne die höheren Datenmengen einer 4K-Kamera zu erzeugen.
Ob die 2K-Auflösung beispielsweise zur zuverlässigen Erkennung von Gesichtern oder anderen Details auf größere Entfernung ausreicht, lässt sich allerdings erst anhand eigener Aufnahmen beurteilen.
Farbnachtsicht mit integriertem Spotlight
Auch nachts soll die Kamera nicht ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen liefern.
Arlo integriert ein LED-Spotlight und kombiniert dieses mit Color Night Vision. Bei entsprechenden Lichtbedingungen können Ereignisse dadurch auch nachts in Farbe erfasst werden.
Das Spotlight kann gleichzeitig eine abschreckende Wirkung haben.
Hinzu kommen Bewegungserkennung und Benachrichtigungen über die Arlo-Plattform.
Dual-Band-WLAN
Interessant ist außerdem die Unterstützung von Dual-Band-WLAN.
Die VMC3090 unterstützt sowohl 2,4-GHz- als auch 5-GHz-WLAN. Gerade bei einer Außenkamera kann die Wahlmöglichkeit hilfreich sein: 2,4 GHz bietet üblicherweise die höhere Reichweite, während 5 GHz unter geeigneten Bedingungen höhere Datenraten und weniger Überlastung ermöglichen kann.
Dass es sich tatsächlich um ein Dual-Band-Modell handelt, wird nicht nur von Arlo angegeben. Dokumentierte Funkprüfungen zur VMC3090 weisen ebenfalls WLAN-Betrieb in beiden Frequenzbereichen aus.
Zwei-Wege-Audio für Besucher
Über die integrierte Zwei-Wege-Audiofunktion lässt sich die Kamera zusätzlich zur Kommunikation verwenden.
Damit kann beispielsweise über das Smartphone mit Personen vor der Kamera gesprochen werden.
Für eine Überwachungskamera im Eingangsbereich ist das eine sinnvolle Ergänzung, auch wenn sie eine klassische Video-Türklingel nicht vollständig ersetzt.
Einige intelligente Funktionen benötigen Arlo Secure
Beim Kaufpreis allein bleibt es nicht unbedingt.
Arlo verbindet einen Teil seiner erweiterten Funktionen mit dem kostenpflichtigen Arlo-Secure-Angebot. Dazu gehören je nach Tarif unter anderem intelligente Benachrichtigungen und die Speicherung beziehungsweise Historie aufgezeichneter Videos.
Grundlegende Funktionen wie Live-Streaming und einfache Benachrichtigungen stehen laut Arlo auch ohne kostenpflichtiges Abonnement zur Verfügung.
Für einen späteren Test wäre deshalb nicht nur die Hardware interessant. Wir würden ebenfalls untersuchen, welche Funktionen tatsächlich ohne Abo verfügbar sind und wie hoch die laufenden Kosten bei sinnvoller Nutzung ausfallen.
Kompaktes Konzept statt separatem Solarpanel
Der größte Unterschied zu vielen vorhandenen Sicherheitskameras liegt letztlich weniger bei der Videoauflösung als beim Energiekonzept.
Bei klassischen Akku-Kameras muss entweder regelmäßig nachgeladen oder ein zusätzliches Solarpanel angeschlossen werden. Letzteres benötigt wiederum einen eigenen Montagepunkt und eine Kabelverbindung zur Kamera.
Arlo integriert beide Komponenten.
Das kann die Installation deutlich aufgeräumter machen. Gleichzeitig muss sich erst zeigen, ob ein direkt am Kameragehäuse befestigtes Solarpanel genügend Energie erzeugt, wenn die optimale Kameraposition nicht gleichzeitig die optimale Position für die Sonne ist.
Gerade in Deutschland dürfte dieser Punkt interessanter sein als in sonnigeren Regionen.
Technische Daten der Arlo Essential Solar Security Camera
Modell: Arlo Essential Solar Security Camera
Modellfamilie: VMC3090
US-SKU: VMC3090-100NAS
Videoauflösung: 2K, 2560 × 1440 Pixel
Bildrate: bis zu 24 fps
Sichtfeld: 130 Grad
Akku: 14.790 mAh
Solarpanel: integriert
Solarbetrieb: laut Hersteller bereits ab rund 2 Stunden direkter Sonne täglich möglich
Betrieb ohne Sonne: laut Hersteller bis zu 6 Monate unter entsprechenden Bedingungen
WLAN: Dual-Band, 2,4 und 5 GHz
Nachtsicht: Color Night Vision
Beleuchtung: integriertes LED-Spotlight
Audio: Zwei-Wege-Audio
Benachrichtigungen: Bewegung und erweiterte intelligente Benachrichtigungen je nach Arlo-Secure-Funktion/Tarif
US-Preis: 99,99 US-Dollar
Status USA: Vorbestellung
Deutschland: derzeit noch kein offiziell bestätigter Preis oder Verkaufsstart
Preis und Verfügbarkeit
In den USA wird die Arlo Essential Solar Security Camera VMC3090-100NAS für 99,99 US-Dollar angeboten und kann bereits vorbestellt werden.
Für Deutschland sieht die Situation momentan anders aus.
Arlos deutsche Produktübersicht führt die neue VMC3090 zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht. Auch eine deutsche UVP beziehungsweise eine entsprechende europäische SKU ist noch nicht offiziell bestätigt.
Wir verzichten deshalb bewusst darauf, den US-Preis einfach in Euro umzurechnen oder einen möglichen deutschen Verkaufsstart zu prognostizieren.
Redaktionelle Einordnung
Technisch erfindet Arlo die solarbetriebene Überwachungskamera nicht neu. Interessant ist vielmehr, wie konsequent das Unternehmen das Konzept in ein kompaktes Produkt integriert.
Ein Akku mit 14.790 mAh schafft zunächst eine große Energiereserve. Das integrierte Solarpanel soll anschließend dafür sorgen, dass im Alltag möglichst überhaupt kein manuelles Laden mehr erforderlich wird.
Genau diese Kombination macht die Kamera für einen Praxistest interessant.
Besonders spannend wäre ein Langzeittest von Oktober über die Wintermonate. Statt die Kamera lediglich einige Tage zu testen, könnten wir dokumentieren, wie sich der Akkustand bei kurzen Tagen, Bewölkung, niedrigen Temperaturen und unterschiedlichen Mengen an Bewegung tatsächlich entwickelt.